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Frage von Volker U. •

Frage an Gustav Herzog von Volker U. bezüglich Arbeit und Beschäftigung

Sehr geehrter Herr Herzog,

dem Artikel "So schamlos beutet der Staat seine Angestellten aus" auf bild-online vom 2.8.2018 war zu entnehmen, daß jeder zweite Arbeitsvertrag im öffentlichen Dienst befristet sei, bei unter 35-Jährigen sogar 70%! In der Privatwirtschaft kritisiert die Politik zu recht solche Praktiken der sachgrundlosen Befristung, während im ÖD solche Zeitverträge stillschweigend akzeptiert werden. Wie können gerade Sie als SPD-Abgeordneter diese Zweiklassengesellschaft in der Arbeitswelt tolerieren?
Erbitte dazu Ihre Antwort. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Volker Ultes

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Antwort von
SPD

Sehr geehrter Herr U.,

eine Frage bezüglich befristeter Arbeitsverhältnisse hatten Sie mir schon am 04. Juni 2018 gestellt. Diese Frage habe ich auch beantwortet. Ich verlinke Ihnen die Seite, falls Sie noch keine Möglichkeit hatten, meine Antwort einzusehen: https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/gustav-herzog/question/2018-06-04/299091.

Ich würde Ihnen außerdem raten, Ihre Quellen genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Bild-Online Artikel, den Sie zitieren, bezieht sich auf die ZDFzoom-Doku „Arbeit auf Zeit- Wie der Staat seine Angestellten ausnutzt“ vom 01.08.2018.

Im Bild-Online Artikel heißt es: „Jeder zweite Vertrag im öffentlichen Dienst wird laut einer ZDF-Recherche nur auf Zeit vergeben, bei Berufseinsteigern unter 35 Jahren sogar 70 Prozent!“ – Diesen Satz haben auch Sie beinah wörtlich übernommen.

Die in der ZDF-Doku genannten Zahlen werden hier jedoch völlig aus dem Kontext gezogen. Gemeint ist nämlich nicht, dass 70% aller 35 Jährigen befristet eingestellt werden (was laut Bild-Online und Ihnen der Fall wäre), sondern dass 70% der Befristeten unter 35 Jahren sind. Ich verlinke Ihnen die Doku im Original, damit Sie sich vergewissern können: https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-arbeit-auf-zeit-100.html.

Entweder hat Bild-Online schlampig recherchiert, bzw. einen schlampigen Artikel verfasst; oder die Autoren haben sich bewusst entschieden, die Zahlen zu verdrehen, um einen größeren Skandal zu inszenieren.

Den ersten Fall erleben wir leider viel zu oft; aber auch dem zweiten Fall begegnen wir immer wieder, auch in der von Ihnen hier zum zweiten Mal angesprochenen Thematik. So werden sachgrundlose Befristungen immer wieder mit projektbezogenen Befristungen in einen Topf geschmissen, um die Gemüter der Leser zu erhitzen.

Ich wiederhole die Quintessenz meiner Antwort zu Ihrer Frage vom 04. Juni: Die SPD setzt sich – sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Dienst – gegen sachgrundlose Befristungen ein.

Mit freundlichen Grüßen
Gustav Herzog