Werden bei Investitionen in fossile Infrastruktur auch Klimaschäden und das Risiko möglicher Fehlinvestitionen berücksichtigt?
Staatliche Investitionen in Energieinfrastruktur binden häufig über Jahrzehnte Kapital und schaffen langfristige wirtschaftliche Abhängigkeiten. Bei fossiler Infrastruktur entsteht dadurch ein doppeltes Risiko: Einerseits könnte die Nachfrage nach Erdgas mit fortschreitender Dekarbonisierung zurückgehen und damit die Wirtschaftlichkeit heute geplanter oder geförderter Anlagen gefährden. Andererseits entstehen durch die Klimakrise selbst wachsende Kosten für Infrastruktur, Landwirtschaft, Versicherungen und öffentliche Haushalte. Wenn bei Investitionsentscheidungen vor allem die unmittelbaren Kosten und erwarteten Renditen betrachtet werden, während diese langfristigen Risiken nur unzureichend eingepreist werden, kann eine heute wirtschaftlich erscheinende Investition später erhebliche Kosten verursachen. Gerade bei öffentlichen Mitteln stellt sich deshalb die Frage, ob solche Risiken systematisch und transparent bewertet werden.

