Guten Tag, sind Sie für oder gegen die Koppelung des Rentenalters?
Guten Tag,
vielen Dank für Ihre Frage. Ich verstehe sie so, dass Sie die Kopplung des gesetzlichen Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung meinen.
Vorab: Ich bin Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, also eines Landesparlaments. Über das Rentenrecht wird nicht in Hamburg entschieden, sondern im Deutschen Bundestag in Berlin. Deshalb bin ich an dieser Entscheidung nicht unmittelbar beteiligt. Gleichwohl ist die Frage natürlich politisch wichtig, weil sie viele Menschen auch in Hamburg ganz konkret betrifft.
Die Rentenkommission hat inzwischen vorgeschlagen, das Renteneintrittsalter nach 2031 moderat an die weitere Entwicklung der Lebenserwartung zu koppeln.
Nach den bisher bekannten Empfehlungen würde die Regelaltersgrenze bei weiter steigender Lebenserwartung ungefähr alle zehn Jahre um ein halbes Jahr steigen; für den Zeitraum 2031 bis 2041 wäre damit ein Anstieg von 67 auf etwa 67,5 Jahre verbunden. Die Entwicklung soll regelmäßig überprüft werden. Wenn die Lebenserwartung nicht weiter steigt, soll auch das Renteneintrittsalter nicht weiter angehoben werden.
Ich sehe eine rein automatische Kopplung dennoch kritisch. Für mich muss bei jeder Rentenreform berücksichtigt werden, dass Menschen sehr unterschiedlich arbeiten und altern. Wer jahrzehntelang körperlich oder psychisch belastend gearbeitet hat, kann nicht einfach mit jemandem gleichgesetzt werden, der bis ins höhere Alter in einem weniger belastenden Beruf tätig ist. Auch die soziale Frage ist wichtig: Gesundheit, Einkommen, Beruf und Lebenserwartung hängen eng zusammen.
Richtig ist aber auch: Die gesetzliche Rente muss langfristig verlässlich und finanzierbar bleiben – für die heutigen Rentnerinnen und Rentner ebenso wie für jüngere Generationen. Deshalb sollten die Vorschläge der Rentenkommission ernsthaft geprüft werden. Entscheidend ist für mich, dass eine Reform sozial ausgewogen ist, Übergänge fair gestaltet werden und sie nicht zu einer Rentenkürzung durch die Hintertür wird.
Kurz gesagt: Über die Entscheidung wird in Berlin beraten und entschieden. Politisch bin ich gegenüber einer pauschalen automatischen Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung skeptisch. Für eine faire, generationengerechte und sozial abgesicherte Reform der Rente bin ich offen.
Mit freundlichen Grüßen
Frank Schmitt

