Wie gedenken sie mit der zusätzlichen Belastung von Hausarztpraxen, die jetzt schon oft am Limit laufen, durch die Neuregelung des Krankschreibungsverfahren, um zu gehen? Was daran ist sozial gerecht?
Vielen Dank für Ihre Frage.
Mir ist bewusst, dass viele Hausarztpraxen bereits heute stark ausgelastet sind. Deshalb ist es wichtig, dass die konkrete Ausgestaltung einer Attestpflicht nicht zu unnötiger Bürokratie führt oder die Arbeit der Praxen zusätzlich erschwert.
Die jetzt vereinbarte Regelung ist Teil eines politischen Kompromisses innerhalb der Koalition. Für die SPD war dabei entscheidend, weitergehende Forderungen nach Karenztagen ohne Lohnfortzahlung klar abzulehnen. Für uns ist klar: Wer krank ist, darf dadurch keine finanziellen Nachteile erleiden.
Genauso wichtig ist mir aber, dass sich Beschäftigte nicht krank zur Arbeit schleppen und dass Ärztinnen und Ärzte ihre Arbeit weiterhin vernünftig leisten können. Deshalb wird die Umsetzung der Neuregelung sorgfältig begleitet werden müssen. Sollte sich zeigen, dass sie Hausarztpraxen unverhältnismäßig belastet oder ihren Zweck verfehlt, muss nachgesteuert werden.

