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Elisabeth Winkelmeier-Becker
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Frage von Hans-Jürgen W. •

Wie sehen Sie die Frage der angeblichen Korruption in der Ukraine ?

Sehr geehrte Frau Winkelmeier-Becker,
in letzter Zeit liest man (Spiegel) von angeblicher Korruption in der Ukraine. Hervozuheben ist hier wohl die Entwicklung um den Stabschef Andrij Jermak, der wohl verhaftet wurde.
In diesem Zusammenhang war ebenfalls im Spiegel zu lesen, das Anfang März ungarische Sicherheitskräfte einen routinemäßigen Geldtransport zwischen Österreich und der Ukraine auf ihrem Gebiet gestoppt hatten. Sie beschlagnahmten dabei 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro in bar sowie neun Kilogramm Gold. Das Geld war für die ukrainische Oschadbank bestimmt.
Könnten Sie das für uns Bürger einmal aus Ihrer Sicht bewerten.
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
H. W.

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Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr W.,

vielen Dank für Ihre Frage. Es ist richtig und wichtig, hier genau hinzusehen, da finanzielle Transparenz und Rechtsstaatlichkeit zu den Kernvoraussetzungen für den angestrebten EU-Beitritt der Ukraine gehören.

Die von Ihnen angesprochenen Vorfälle müssen jedoch differenziert bewertet werden:

Der Vorfall mit dem ungarischen Zoll im März 2026 (den ich auch nur aus der Presse kenne) stellte sich im Nachhinein anscheinend anders dar als der anfängliche Verdacht. Das Geld stammt nach den mir vorliegenden Informationen aus einer regulären und rein privatrechtlichen Angelegenheit. Ungarn hat das Geld im Mai 2026 vollständig zurückgegeben.

Die Ermittlungen und die Verhaftung von Andrij Jermak wegen Geldwäscheverdachts belegen aus meiner Sicht gerade, dass die unabhängigen ukrainischen Antikorruptionsbehörden funktionieren. Auch Spitzenpolitiker wie Jermak werden nicht mehr geschützt, sondern müssen sich vor unabhängigen Gerichten verantworten. Das zeigt, dass unsere Kontrollauflagen und die europäischen Standards vor Ort spürbar greifen.

Ich gehe davon aus, dass die Ukraine diesen Weg konsequent weiter geht, gerade auch wenn sie perspektivisch auf Zusammenarbeit oder sogar Mitgliedschaft in der EU hin arbeiten will.

Mit freundlichen Grüßen 

Elisabeth Winkelmeier-Becker

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