Wie rechtfertigen Sie Ihre Position angesichts der wissenschaftlich gut belegten Zusammenhänge zwischen sozialer Herkunft, finanzieller Belastung und Bildungserfolg?
Sehr geehrte Frau Bär,
ich habe große Besorgnis um den Sozialstaat. Die Aussage zum BAföG, ein Studium müsse kein „Vollkasko-Studium“ sein und es sei „kein Drama“, wenn Studierende neben dem Studium arbeiten, ignorieren die Lebensrealität vieler junger Menschen.
Aus Sicht der Sozialen Arbeit und Bildungsforschung gefährdet eine ausbleibende bedarfsgerechte Anpassung des BAföG die Chancengerechtigkeit. Bildungserfolg ist in Deutschland weiterhin stark von der sozialen Herkunft abhängig. Das BAföG soll dieser Ungleichheit entgegenwirken. Angesichts stark gestiegener Wohn- und Lebenshaltungskosten verschärft eine unzureichende Förderung jedoch soziale Selektion.
Zugleich nehmen psychische Belastungen unter Studierenden nachweislich zu. Wer neben einem Vollzeitstudium arbeiten muss, um Miete, Lebensmittel und Krankenversicherung zu finanzieren, erlebt erheblichen zusätzlichen Druck. Dabei geht es nicht um Luxus, sondern um die Sicherung des Existenzminimums.
Bedenken Sie Ihre Vorhaben!

