Wieso müssen alle Steuerzahler, aber nur bedingt die Nutzer, für Schäden durch Kerosinverbrauch abkommen? Welche Kompensationsmechanismen plant die Union?
Sehr geehrte Frau Ludwig,
laut einer Infrastudie betragen die Schäden durch Kerosin pro Personenkilometer etwa 12 ct. Trotz dieser unbestrittenen Kosten gilt für den deutschen bzw. europäischen Flugverkehr weiterhin nicht das Verursacherprinzip, und ein Regelungsmechanismus, wie z.B. eine Kerosinsteuer, gilt als zu kompliziert.
Welche Kompensationsmechanismen plant die Union, um die Umweltschäden den Verursachern zuzuschreiben?
Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Herr O.,
bei dieser Thematik könnten nationale Sonderwege zu Wettbewerbsverzerrungen und einer Verlagerung von Verkehr führen. Deshalb sind europäische und internationale Instrumente der sinnvollere Ansatz, wie u.a. der EU-Emissionshandel (EU-ETS).
Optimal wäre eine Kombination aus verursachergerechter Bepreisung dort, wo sie europäisch sinnvoll möglich ist, und gleichzeitig massive Investitionen in klimafreundliches Fliegen. Dazu gehören insbesondere nachhaltige und synthetische Flugkraftstoffe, effizientere Flugzeuge und neue Antriebstechnologien.
Unser Ziel muss deshalb klimafreundlicher Luftverkehr sein und keine Verlagerung von Arbeitsplätzen und Verkehren ins Ausland.
Mit freundlichen Grüßen
Daniela Ludwig

