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Christian Hirte
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Frage von Thomas S. •

Wie ist Ihre Position zum Thema Organspende?

Sehr geehrter Herr Hirte,

ich als Vater, der seinem Sohn eine Niere spendete, bin sehr enttäuscht über die deutsche Politik beim Thema Organspende. Die in vielen europäischen Ländern bewährte Widerspruchslösung hat es bis heute in Deutschland nicht in das Transplantationsgesetz geschafft, weil es keine Mehrheit im Bundestag schaffte. Dies hat zur Folge, dass bei grob jährlich in Deutschland einer Million Verstorbenen es nicht möglich ist gut 8000 Menschen, die ein Spenderorgan benötigen mit einem Organ ihr Leben zu retten, so dass diese Leidenden bis zu 12 Jahre auf ein Spenderorgan warten müssen. Bei allen berechtigten Einwänden frage ich Sie, ob es nicht zumindest möglich und jedem Bürger zumutbar wäre, ihn bei der Beantragung von z.B. Ausweispapieren eine Willenserklärung zum Thema abzufordern? Ich bedanke mich für Ihre Antwort.

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Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr S.,

vielen Dank für Ihre Nachricht und dafür, dass Sie Ihre persönlichen Erfahrungen mit mir teilen. Ich kann Ihre Enttäuschung angesichts der langen Wartezeiten und des Mangels an Spenderorganen gut nachvollziehen. Auch ich halte es für dringend notwendig, die Zahl der Organspenden in Deutschland zu erhöhen.

Allerdings bin ich überzeugt, dass eine Organspende auf einer freiwilligen und selbstbestimmten Entscheidung beruhen muss. Deshalb lehne ich die Widerspruchsregelung ab. 

Zuletzt hat sich der Deutsche Bundestag am 24. September 2026 mit diesem Thema befasst. Dabei wurde auch der fraktionsübergreifende Antrag „Freiwilligkeit der Organspende sichern – Aufklärungs- und Registrierungspotenziale heben“ (BT-Drs. 21/8050) beraten, den ich mitgezeichnet habe. Die Vorlagen wurden anschließend zur weiteren Beratung an den Gesundheitsausschuss überwiesen.

Ihr Vorschlag, die Entscheidung zur Organspende mit der Beantragung von Ausweispapieren zu verknüpfen, greift dabei einen wichtigen Ansatz auf, der sich auch in unserem Antrag wiederfindet. Wir setzen uns ausdrücklich dafür ein, eine einfache Registrierung in Ausweisstellen zu ermöglichen. Zudem sollen Bürgerinnen und Bürger nach ihrem 18. Geburtstag gezielt aufgefordert werden, sich mit ihrer Organspendebereitschaft auseinanderzusetzen. Dabei muss jedoch auch die Möglichkeit bestehen, sich nicht festzulegen, ohne dadurch Nachteile zu erfahren.

Ich bin überzeugt, dass wir durch bessere Aufklärung und niedrigschwellige Registrierungsmöglichkeiten mehr Menschen für eine bewusste Entscheidung zur Organspende gewinnen können, ohne das Prinzip der Freiwilligkeit aufzugeben.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Hirte

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