Sehr geehrte Frau Bas, warum fordern Sie längeres Arbeiten wegen Fachkräftemangel, wenn Firmen ältere Fachkräfte aussortieren oder gar nicht erst einstellen?
In der politischen Debatte wird kontinuierlich gefordert, dass Bürger länger arbeiten müssen, um den Fachkräftemangel auszugleichen. Die Realität auf dem Arbeitsmarkt zeichnet jedoch ein völlig anderes Bild: Viele erfahrene Arbeitskräfte über 50 oder 55 Jahren, die arbeiten wollen und hochqualifiziert sind, scheitern bei Bewerbungen oft schon in der ersten Runde. Unternehmen begründen Absagen aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen nie offen mit dem Alter. Stattdessen nutzen sie informelle Altersgrenzen und unkonkrete Standardabsagen oder stempeln Bewerber pauschal als „überqualifiziert“ ab. Welche konkreten, messbaren Maßnahmen ergreift Ihr Ministerium, um diese verdeckte Altersdiskriminierung bei der Personalauswahl von Konzernen effektiv zu unterbinden?

