Frau Bas, wie rechtfertigen Sie den Wegfall des Kündigungsschutzes ab 100k € Gehalt bei langjährigen Kräften in gesunden Firmen, und wie verhindern Sie eine Lastenverschiebung auf Sozialkassen?
Die geplante Aufhebung des Kündigungsschutzes ab einer Gehaltsschwelle von 100.000 Euro birgt erhebliche ökonomische Risiken. In der Praxis blockiert der Kündigungsschutz Restrukturierungen nicht, sondern sichert Arbeitnehmer bei unverschuldetem Jobverlust über vom Betrieb finanzierte Abfindungen ab.
Fällt dieser Schutz weg, drohen gravierende Fehlentwicklungen:
Verlust von Fachkräften (Brain-Drain): Die Schwächung des Arbeitsrechts im höheren Segment senkt die Attraktivität deutscher Verträge für internationale Top-Spezialisten. Ohne Schutz sinkt die Bindung an Unternehmen, was den Fachkräftemangel verschärft.
Kostenverschiebung: Bei längerer Anschlussvermittlung belasten selbst vormalige Spitzenzahler die Sozialkassen, während wirtschaftlich gesunde Konzerne aus der Verantwortung entlassen werden.
Innovationsbremse: Abfindungen in dieser Gehaltsklasse fließen nachweislich oft als Startkapital in Neugründungen. Die Streichung entzieht Deutschland somit aktives Innovationskapital.

