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Bärbel Bas
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Frage von Justin M. •

Ab welchem Jahresgehalt gilt man für Sie bzw. die SPD als reich — und halten Sie 70.000 Euro zu versteuerndes Einkommen für Ledige wirklich für Wohlstand?

Sehr geehrte Frau Bas,

Hintergrund meiner Frage ist die aktuelle Debatte über eine mögliche stärkere Belastung höherer Einkommen. Der Spitzensteuersatz greift für Ledige bereits ab rund 70.000 Euro zu versteuerndem Einkommen.

Aus meiner Sicht ist fraglich, ob man damit heute wirklich als reich gelten kann. In vielen Städten sind größere Wohnungen schwer bezahlbar, Wohneigentum kaum erreichbar, während Lebenshaltungskosten, Mieten und Sozialabgaben steigen.

Hinzu kommt: Historisch griff der Spitzensteuersatz im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen deutlich später. Heute betrifft er zunehmend gut ausgebildete Fachkräfte und Teile der Mittelschicht.

Daher meine Frage: Ab welchem Jahresgehalt beginnt für Sie politisch „Reichtum“?

Quellen:

Tagesschau: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/steuerreform-plaene-bundesregierung-100.html

IW Köln: https://www.iwkoeln.de/studien/martin-beznoska-tobias-hentze-belastungswirkungen-fuer-verschiedene-haushaltstypen.html

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Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr M.,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ich stimme Ihnen zu: Wer als Fachkraft rund 70.000 Euro zu versteuerndes Einkommen hat, ist dadurch nicht automatisch reich. Dass der Spitzensteuersatz heute schon weit in die Mitte der Gesellschaft hineinreicht, ist eines der Probleme, die wir mit der im Koalitionsvertrag vereinbarten Einkommensteuerreform angehen wollen. Unser Ziel als SPD ist es, kleine und mittlere Einkommen spürbar zu entlasten. Zugleich finde ich richtig, dass sehr hohe Einkommen einen größeren Beitrag leisten – das ist kein Widerspruch, sondern gehört zusammen, wenn die Entlastung der Mitte solide finanziert sein soll.

Über die konkrete Ausgestaltung des Tarifs wird derzeit in der Koalition intensiv diskutiert und verhandelt. Auf einzelne Beträge und Steuersätze kann und will ich daher nicht vorgreifen.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass Sie selbstverständlich die Möglichkeit haben, auch auf direktem Weg mit dem Deutschen Bundestag, seinen Abgeordneten oder mir Kontakt aufzunehmen – zum Beispiel über https://www.bundestag.de.

Mit freundlichen Grüßen

Bärbel Bas

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