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Astrid Mannes
CDU

Frage an Astrid Mannes von Yrn Gubzffra bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

25. November 2020 - 18:28

Sehr geehrte Frau Mannes,

Ich bin Lea Thomssen, 16 Jahre alt und gehe in die 10 Klasse des John-Brinckman-Gymnasiums in Güstrow.

Zurzeit schreibe ich meine Facharbeit zum Thema „Frauen in der CDU“. Ich bin nämlich der Meinung das, dass Thema Frauen in der Politik von großer Bedeutung ist! Bekanntlich liegt der Frauenanteil der CDU bei nicht mehr als 26,5% .Das ist definitiv zu wenig! Ich möchte mehr darüber erfahren und da wäre es toll, wenn sie mir meine Fragen beantworten könnten.

-Haben sie erlebt, das mit Politikerinnen in der Öffentlichkeit anders umgegangen wurde als mit Politikern?

-Sehen Sie es als einen Nachteil mit der Mehrheit von Männern Politik zu machen ?
Wenn nicht gibt es vielleicht auch Vorteile ?

-Wie sollten Ihrer Meinung nach, Frauen gefördert werden? Was sagen Sie zur Quote?

-Was sind Ihre Wünsche oder Ratschläge an junge, politisch interessierte Frauen?

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen !

Mit freundlichen Grüßen
Lea Thomssen

Frage von Yrn Gubzffra
Antwort von Astrid Mannes
25. November 2020 - 19:51
Zeit bis zur Antwort: 1 Stunde 23 Minuten

Sehr geehrte Frau Thomssen,

haben Sie herzlichen Dank für Ihre Frage an mich. Ich freue mich, wenn sich so junge Menschen für Politik interessieren!

Sie sprechen mit Ihren Fragen ein wichtiges Thema an. Wir Christdemokraten sind der Meinung, dass unsere Parlamente die Gesellschaft möglichst gut abbilden sollten. Dazu gehört es auch, dass sich mehr Frauen in der Politik engagieren und als Bundestags- oder Landtagsabgeordnete mitgestalten.
Sie haben recht: Die CDU wird diesem Anspruch derzeit nicht gerecht.
Ich habe es als Bürgermeisterin, nicht als Bundestagsabgeordnete, erlebt, dass man als Frau generell (nicht in der CDU) nicht so ernst genommen wird wie ein Mann in vergleichbarer Position.
Auch habe ich als Bürgermeisterin große Respektlosigkeiten erlebt. Dies ging auch meiner Stellvertreterin und anderen Kolleginnen so.

Als Bundestagsabgeordnete habe ich diese Erfahrung zum Glück nicht gemacht.
Auch innerhalb meiner Fraktion erlebe ich es nicht, dass man es als Frau schwerer hat oder weniger gefördert wird. Ich erlebe ein Klima der absoluten Gleichberechtigung in meiner Fraktion.
Auch empfinde ich es nicht als nachteilig, mit mehr Männern im Austausch auf Bundesebene zu stehen.
Wenn Frauen engagiert und kompetent sind, haben sie in unserer Partei gute Chancen, entsprechend gefördert zu werden und in Positionen zu kommen.
Das Problem unserer Partei liegt jedoch darin, dass der Anteil der Frauen, die in der CDU Mitglied sind, zu gering ist.
Wir müssen also Frauen konkret ansprechen und ermuntern, sich politisch zu engagieren und die Voraussetzungen dafür schaffen.

Die Quote wird in der Union favorisiert, weil sich auf freiwilliger Basis so lange nichts verbessert hat. Ich wünschte, wir bräuchten sie nicht. Denn ich denke, dass wir die politischen Ämter und Positionen danach besetzen müssen, welche Person - unabhängig von Geschlecht, Religion usw. - die passende Qualifikation hat.
Die Quote kann für einen Übergang aber dazu dienen, mehr Frauen in die Parlamente zu bekommen. Auch können Frauen dadurch für ein Engagement in einer Partei begeistert werden, dass sie mehr Frauen in politischen Funktionen erleben.
Politisch interessierten jungen Frauen kann ich nur raten, sich politisch einzubringen. Die Themenvielfalt ist groß. Politik ist ein spannender Bereich, der nie langweilig wird. Ständig kommen neue Themen hinzu. Zudem ist es erfüllend, Ideen einbringen und unser Land mitgestalten zu können. Unsere Demokratie lebt auch vom Mitmachen!
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich persönlich für ein politisches Engagement entscheiden würden.

Mit allen guten Wünschen und herzlichem Gruß
Astrid Mannes