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Anja Weisgerber
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Frage an Anja Weisgerber von Johann L. bezüglich Gesundheit

Sehr geehrte Fr. Weisgerber,
das Thema "Impfpass" beschäftigt mich. Ein weltweit anerkannter elektrischer Impfpass ist für mich noch nicht in Sicht. Noch bevor es den gibt, weigern sich die Hausärzte bereits, die Daten des gelben Impfpasses in einen elektrischen zu übertragen. Die öffenliche Diskussion zeigt also, dass wir noch lange mit dem gelben Papier-Impfpass leben werden.

Der liegt seit Jahren in meiner Schublade; wenn ich mal verreise, kopiere ich mir die paar Seiten und nehme die Kopien mit, damit der Gelbe nicht unnötig beschädigt wird und nicht verloren gehen kann. Die neuen Corona-Regeln verlangen nun, dass ich meinen Impfpass stets mit mir führe, weil ich ihn im Sportsaal, Kino, Tanzsaal, Restaurant - überall, wo etwas wieder erlaubt ist, vorweisen muss. Das wird dazu führen, dass das Dokument mechanisch stark belastet wird und rasch zerfleddern wird. So entsteht bald die Frage, ob und wie einige Millionen zerfledderter gelber Impfpass-Lappen fälschungssicher erneuert werden können.

Ich bin mir darüber bewusst, dass Politiker die meisten Fragen (Beispiel Klimaveränderung) erst dann ernsthaft angehen, wenn es eigentlich schon zu spät ist , doch als Bürger darf ich doch schon jetzt ihre Aufmerksamkeit auf diese läppische Frage richten ...

Frage von Johann L. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 3 Wochen 1 Tag

Sehr geehrter Herr Lemke,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage. Gerne bringe ich Sie auf den aktuellen Stand zum digitalen Impfpass.

Am 20. Mai haben sich die EU-Mitgliedstaaten mit dem EU-Parlament auf den digitalen Impfpass geeinigt. Spätestens ab Juli können alle EU-Bürger digitale Zertifikate erhalten, mit denen sie sich innerhalb der EU von eventuellen Einreiseverboten oder Quarantänepflichten befreien können. Die Zertifikate enthalten neben Informationen zur ersten und zweiten Covid-19-Impfung die Zeitpunkte der Impfungen und den jeweiligen Impfstoff. Außerdem lässt sich erfassen, ob der Besitzer bereits genesen ist oder einen gültigen Schnelltest hat.

In Deutschland ist der digitale Impfnachweis schon seit gestern, dem 14.06.2021 verfügbar. Der Nachweis wird per QR-Code in einer App auf dem Smartphone hinterlegt. Das digitale Impfzertifikat kann entweder in der CovPass-App oder in der offiziellen Corona-Warn-App gespeichert und angezeigt werden. Ab dem 16.06.2021 kann das Impfzertifikat auch in der Luca-App angezeigt werden.

Den Impfnachweis erhält man in Form eines QR-Codes künftig direkt nach der vollständigen Impfung im Impfzentrum oder in der Arztpraxis. Der Code wird auf Papier ausgedruckt und kann dann mit dem Smartphone eingescannt werden. Die Bürger, die schon vollständig geimpft sind, können den digitalen Nachweis nachträglich bekommen. Wer sich im Impfzentrum hat impfen lassen, bekommt in den kommenden Tagen per Post oder E-Mail einen QR-Code zugeschickt.

Wer in einer Arztpraxis geimpft wurde, kann dort um ein nachträglich erzeugtes digitales Zertifikat bitten. Dazu werden das gelbe Papier-Impfheft und der Personalausweis benötigt. Auch einige Apotheken bieten eine solche Übertragung des Impfnachweises an, insbesondere für vollständig Geimpfte.

Der digitale Impfpass gilt bundesweit sowie in den anderen EU-Mitgliedsländern. Ab Juli soll der CovPass für das Reisen in der EU genutzt werden können.

Für die Überprüfung des Impfzertifikats gibt es ebenfalls eine App, die Überprüfungs-Anwendung CovPass Check. Damit kann mit einem Scan des QR-Codes aus dem CovPass überprüft werden, ob die jeweilige Person vollständig immunisiert, genesen oder negativ getestet ist. Dabei wird nur der Impfstatus und der Name angezeigt, der mit dem Personalausweis oder einem anderen Ausweis-Dokument abgeglichen werden muss.

Den gelben Impfpass aus Papier benötigen Sie weiterhin, denn das digitale Zertifikat dreht sich nur um Corona und ist eine freiwillige Ergänzung, die eine Erleichterung für Sie darstellen soll. Denn Sie müssen den Impfpass aus Papier dann nicht mehr als Nachweis bei sich tragen.

Nach dem Ende der Pandemie ist der Plan der EU, das digitale Zertifikat wieder abzuschalten. Für 2022 soll dann ein digitaler Impfpass als Teil der digitalen Patientenakte kommen, der dann auch sämtliche Impfungen über Covid-19 hinaus dokumentiert.

Ich bin froh, dass der digitale Impfpass so schnell verwirklicht werden konnte. Der digitale Nachweis wird eine Erleichterung für Reisen aber auch für Alltagssituationen darstellen.

Ihnen wünsche ich weiterhin alles Gute – insbesondere Gesundheit!

Mit herzlichen Grüßen,

Anja Weisgerber

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