Angelika Glöckner
SPD
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Frage von Crgre Urezfra an Angelika Glöckner

04. Dez. 2015 - 15:23

Sehr geehrte Frau Glöckner !

Was muß eigentlich noch passieren, bis Sie einer strikten Begrenzung der Asylanten/Flüchtlinge zustimmen ?Bis jetzt sind schätzungsweise 1.5 Mio. legale und illegale Menschen zugewandert. Können Sie sich vorstellen, wie es in 1 bis 2 Jahren ausssieht, wenn ein Großteil dieser Menschen ihre Familien nachkommen lassen ? Das hat mit Menschlichkeit oder Gutmenschentum nichts mehr zu tun. Das ist eine wissentliche Gefährdung des deutschen Volkes und der Volkswirtschaft. Nicht umsonst wenden sich offizielle Stellen - wie der Pole Tusk - mit Recht gegen die Entscheidungen der Bundesregierung. Wie können Sie solch eine Politik unterstützen ??

Von: Crgre Urezfra

Antwort von Angelika Glöckner (SPD) 05. Feb. 2016 - 08:37
Dauer bis zur Antwort: 2 Monate 2 Tage

Sehr geehrter Herr Hermsen,

ich kann verstehen, dass die große Zahl an Flüchtlingen, die Sie erwähnen, Befürchtungen und Vorurteile weckt. Dennoch möchte ich Ihnen erstmal zu bedenken geben, dass diese Menschen über die gesamte Bundesrepublik nach einem Schlüssel verteilt werden, der sowohl Wirtschaftskraft, Arbeitslosenquote als auch Bevölkerungsdichte berücksichtigt. Speziell für die Region Pirmasens, als bevölkerungs- und wirtschaftsarmen Raum, bedeutet dies eine entsprechend geringere Zuteilung.
Darüber hinaus arbeiten wir an einer europäischen Strategie. Nur dadurch kann eine dauerhafte Antwort gefunden werden.
Wir übernehmen Verantwortung und arbeiten an allen Stellen - vom einzelnen Bürger, über die Kommunen, die Länder, den Bund und die EU. Die Bundesregierung ist ebenso bemüht auf internationaler Ebene endlich Frieden in Syrien zu ermöglichen und Mittel für die zur Flucht gezwungenen Menschen vor Ort aufzubringen. All diese Maßnahmen sind langwierig und brauchen einfach ein wenig mehr Zeit um zu wirken und vor allem Geduld von den Bürgern – auch von Ihnen.
Es ist bemerkenswert welche Kraftanstrengungen unternommen werden und wie stark die Bevölkerung sich einbringt und mehrheitlich dahintersteht.
Es hilft nichts und würdigt den Einsatz der Bürgerinnen und Bürger nicht, wenn für die schwierigen Fragen unserer Zeit, vermeintlich einfache Lösungen erfunden werden – oder schlimmer noch: Hass und Gewalt verbreitet werden.

Herr Hermsen, ich bitte Sie um Weitsicht und Geduld.

Mit freundlichen Grüßen

Angelika Glöckner, MdB