Andreas Schwab (CDU/EVP) im Plenum
Andreas Schwab
CDU
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Frage von Rüdiger K. •

Wird sich die EVP für eine rasche Abschiebung von Jacques Baud in die Schweiz einsetzen?

Sehr geehrter Herr Schwab,

der Schweizer Staatsbürger Jacques Baud wurde von der EU sanktioniert, obwohl er in der EU (in Brüssel) lebt. Dadurch ist eine unmögliche Situation entstanden. Herr Baud hat keinen Zugriff mehr auf sein Geld, kann also weder Essen, noch Fahrkarten, noch Anwälte bezahlen. Die Sanktionierung verstößt vermutlich in mehrfacher Hinsicht gegen die Europäische Menschenrechtskonvention, beispielsweise gegen Artikel 7 – "Keine Strafe ohne Gesetz".

Werden Sie und die EVP sich für eine rasche Ausreise bzw. Abschiebung von Herrn Baud in die Schweiz einsetzen, wo er wieder auf Geld zugreifen kann, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten?

Quelle u.a.: https://www.blick.ch/meinung/editorial-zur-affaere-jacques-baud-ein-europaeisches-eigengoal-id21551547.html

Andreas Schwab (CDU/EVP) im Plenum
Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr K.,

vielen Dank für Ihre Frage. Die gegen Jacques Baud verhängten Sanktionen wurden vom Rat der Europäischen Union beschlossen. Sie sind kein Strafurteil, sondern außenpolitische Maßnahmen, die rechtsstaatlichen Anforderungen genügen müssen und gerichtlich überprüft werden können. Aus Ihrer Bezugnahme auf Artikel 7 der Europäischen Menschenrechtskonvention folgt daher nicht ohne Weiteres, dass die Sanktionen rechtswidrig sind.

Die Frage einer Ausreise in die Schweiz ist davon gesondert zu beurteilen. Die Umsetzung der Sanktionen und die Entscheidung über mögliche Ausnahmen liegen bei den zuständigen Behörden. Das Europäische Parlament kann die Maßnahmen politisch begleiten, entscheidet aber nicht über einzelne Genehmigungen.

Herr Baud kann seine Listung vor dem Gericht der Europäischen Union anfechten. Dort müssen die Begründung und die Tatsachengrundlage der Sanktionen einer unabhängigen Prüfung standhalten. Dieser Rechtsschutz ist ein zentraler Bestandteil unserer europäischen Rechtsordnung.

Die EU muss russischer Einflussnahme entschlossen entgegentreten und dabei die Rechte des Einzelnen wahren.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Andreas Schwab MdEP
 

 

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