Alois Rainer MdB
Alois Rainer
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Frage von Bastian E. •

Wie verhindern Sie, dass eine Verzögerung der EU-Methanverordnung ehrliche Unternehmen benachteiligt, Klimaschäden erhöht und Deutschlands wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit schwächt?

Die Recherche von FragDenStaat vom 15.10.2026 beschreibt, wie die Öl- und Gaslobby auf eine Verschiebung zentraler Importvorgaben der EU-Methanverordnung hingewirkt haben soll. Wirtschaftsministerin Reiche setzte sich demnach mit Rückendeckung von Bundeskanzler Merz(CDU) für eine dreijährige Verschiebung ein.

Methanverluste sind nicht nur ein Klimaproblem: Sie bedeuten auch, dass ein wertvoller Energieträger ungenutzt entweicht. Verlässliche Regeln schaffen Anreize, Lecks zu schließen, Ressourcen effizienter zu nutzen und faire Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen zu sichern, die bereits in moderne Technik investieren.

Als CSU-Bundesminister: Werden Sie sich dafür einsetzen, dass Deutschland keine weitere Verschiebung unterstützt? Wie stellen Sie sicher, dass die Interessen der gesamten Wirtschaft und der Verbraucher gegenüber den Interessen einzelner Öl- und Gaskonzerne angemessen berücksichtigt werden? Bitte nennen Sie konkrete Schritte statt allgemeiner Klimaschutzbekenntnisse.

Alois Rainer MdB
Antwort von CSU

Sehr geehrter Herr E.,

vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre Fragen zur EU-Methanverordnung.

Das Europäische Parlament hat sich für eine Verschiebung der Vorgaben für Öl- und Gasimporteure um drei Jahre ausgesprochen. Hintergrund sind erhebliche praktische Probleme bei der Umsetzung der bisherigen Regelungen. Es fehlen insbesondere die notwendigen Kapazitäten, um die geforderten Prüfungen und Zertifizierungen bei außereuropäischen Produzenten rechtzeitig sicherzustellen. Ohne Anpassungen drohen Einschränkungen bei der Versorgung mit Rohöl und Erdgas sowie zusätzliche Belastungen für Unternehmen und Verbraucher.

Eine weitere Verzögerung darf jedoch nicht dazu führen, dass der Klimaschutz aus dem Blick gerät oder Unternehmen, die bereits in die Verringerung ihrer Methanemissionen investieren, benachteiligt werden. Die gewonnene Zeit muss deshalb genutzt werden, um rechtssichere und praktikable Vorgaben zu schaffen. Ziel muss sein, die Methanemissionen wirksam zu reduzieren und gleichzeitig die Versorgungssicherheit sowie die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft zu gewährleisten.

Bei den anstehenden Verhandlungen auf EU-Ebene müssen daher die Interessen der gesamten Wirtschaft und der Verbraucher maßgeblich berücksichtigt werden. Es geht nicht darum, einzelnen Öl- und Gaskonzernen entgegenzukommen, sondern darum, Regeln zu schaffen, die tatsächlich umsetzbar sind und zugleich Anreize zur Vermeidung von Methanverlusten erhalten. Dazu gehören verlässliche Prüf- und Zertifizierungsverfahren sowie klare und rechtzeitig festgelegte Anforderungen für Importeure.

Die Verschiebung ist somit kein Selbstzweck. Entscheidend ist, dass am Ende wirksame Vorgaben stehen, die Klimaschutz, eine sichere Energieversorgung und faire Wettbewerbsbedingungen miteinander verbinden.

Freundliche Grüße

Alois Rainer

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