Vereinfachung und Umsetzung von Vorschriften für künstliche Intelligenz - Verbot von "Nudifier"-Systemen

Das EU-Parlament hat über Änderungen an den bestehenden EU-Regeln für künstliche Intelligenz abgestimmt. Im Mittelpunkt steht die sogenannte „Digital-Omnibus-Verordnung“, mit der die Umsetzung der bereits beschlossenen KI-Vorschriften vereinfacht und angepasst werden soll. Ziel ist es, insbesondere die Anwendung bestimmter Regeln für Hochrisiko-KI-Systeme zu verschieben und gleichzeitig mehr Klarheit für Unternehmen zu schaffen.

Die Abgeordneten sprechen sich dafür aus, feste Fristen für das Inkrafttreten zentraler Vorschriften einzuführen. So sollen strengere Anforderungen für besonders risikoreiche KI-Systeme ab dem 2. Dezember 2027 gelten, während für Systeme, die bereits unter andere EU-Produktsicherheitsvorschriften fallen, der 2. August 2028 vorgesehen ist. Zudem sollen Anbieter bis 2. November 2026 Zeit erhalten, um Kennzeichnungspflichten (Wasserzeichen) für KI-generierte Audio-, Bild-, Video- oder Textinhalte umzusetzen. Außerdem sollen Regeln für Unternehmen flexibler gestaltet werden, etwa durch Erleichterungen für kleinere und mittlere Unternehmen. Gleichzeitig sind Schutzvorkehrungen vorgesehen, wenn personenbezogene Daten zur Verbesserung von KI-Systemen genutzt werden.

Ein weiterer zentraler Bestandteil der vorgeschlagenen Änderungen ist das Verbot sogenannter "Nudifier"-Anwendungen. Damit werden KI-Systeme bezeichnet, die ohne Zustimmung der betroffenen Person realistisch wirkende, sexuelle explizite Bilder und Videos erzeugen oder manipulieren können. 

Achtung: Die rechts dargestellten Abstimmungsergebnisse spiegeln nur das Abstimmungsverhalten der 96 deutschen EU-Abgeordneten wider und nicht das aller 720 EU-Abgeordneten.

Der Vorschlag für eine Verordnung wurde insgesamt mit 569 Ja-Stimmen zu 45 Nein-Stimmen bei 23 Enthaltungen angenommen. Von den deutschen EU-Abgeordneten stimmten 77 dafür und zehn dagegen. Es gab eine Enthaltung von Birgit Sippel (S&D). 

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Dafür gestimmt
77
Dagegen gestimmt
10
Enthalten
1
Nicht beteiligt
7
Abstimmungsverhalten von insgesamt 95 Abgeordneten.
Name Absteigend sortieren FraktionWahlkreisStimmverhalten
Portrait von Volker SchnurrbuschVolker SchnurrbuschESN Dafür gestimmt
Andreas Schwab (CDU/EVP) im PlenumAndreas SchwabEVP Dafür gestimmt
Portrait von Ralf SeekatzRalf SeekatzEVP Dafür gestimmt
Alexander SellESN Dafür gestimmt
Portrait von Lukas SieperLukas Sieperfraktionslos Dafür gestimmt
Portrait von Sven SimonSven SimonEVP Dafür gestimmt
Portrait von Christine SingerChristine SingerRenew Dafür gestimmt
Portrait von Birgit SippelBirgit SippelS&D Enthalten
Portrait von Martin SonnebornMartin Sonnebornfraktionslos Dagegen gestimmt
Portrait von Marie-Agnes Strack-ZimmermannMarie-Agnes Strack-ZimmermannRenew Dafür gestimmt
Joachim StreitRenew Dafür gestimmt
Portraitfoto Kai TegethoffKai TegethoffGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Sabine VerheyenSabine VerheyenEVP Dafür gestimmt
Michael von der Schulenburgfraktionslos Dagegen gestimmt
Axel VossAxel VossEVP Dafür gestimmt
Portrait von Marion WalsmannMarion WalsmannEVP Dafür gestimmt
Jan-Peter Warnkefraktionslos Dagegen gestimmt
Portrait von Manfred WeberManfred WeberEVP Dafür gestimmt
Portrait von Andrea WechslerAndrea WechslerEVP Dafür gestimmt
Portrait von Tiemo WölkenTiemo WölkenS&D Nicht beteiligt