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Uwe Feiler
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Frage von Alexis S. •

Klimaschutz abschaffen?

Sehr geehrter Herr Feiler,

ich habe vier Kinder und möchte, dass diese in einer intakten Umwelt aufwachsen und später in dem uns bekannten Wohlstand ihrerseits Familien gründen können. Den Klimawandel sehe ich hier als eine der größten Bedrohungen. Es ist breiter wissenschaftlicher Konsens, dass wir den Ausstoß von Treibhausgasen in kürzester Zeit einstellen müssen, um die Erderwärmung auf ein ökologisch und wirtschaftlich vertretbares Maß zu begrenzen. Wieso höhlt Ihre Bundestagsfraktion die weitgehend sinnvollen Ziele der letzten Bunderegierung so massiv aus und stärkt die Energieerzeugung mit fossilen Energieträgern wie Erdgas, die zudem unsere globalen Abhängigkeiten wieder erhöhen? Wollen Sie die gesellschaftlichen Folgekosten auf Ihre und meine Kinder abwälzen?

Mit freundlichen Grüßen

Alexis S.

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Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr S.,

vielen Dank für Ihre Frage zu diesem wichtigen, uns alle betreffenden Thema.

Wie Sie der ersten Regierungsbefragung vom 9. Juli 2025 entnehmen können, steht Deutschland weiterhin zu den national, europäischen und internationalen Klimazielen. Bundeskanzler Friedrich Merz hat dies ausdrücklich bekräftigt. 

Gleichzeitig verfolgen wir einen Ansatz, der Klimaschutz und wirtschaftliche Stabilität miteinander verbindet. Klimapolitik darf nicht zu einer Abwanderung von Industrie, Arbeitsplätzen und Wertschöpfung führen. Unser Anspruch ist es, beides zusammenzubringen. Umweltverantwortung und wirtschaftliche Stärke sind kein Gegensatz, sondern müssen Hand in Hand gehen.

Deutschland trägt rund zwei Prozent zu den weltweiten CO₂-Emissionen bei. Selbst eine vollständige Klimaneutralität allein würde globale Entwicklungen daher nicht automatisch stoppen. Wirksamer Klimaschutz gelingt nur im internationalen Schulterschluss. Deshalb unterstützt Deutschland verstärkt Klimaprojekte im Ausland, wenn dort mit geringerem Mitteleinsatz größere Emissionsminderungen erreicht werden können. 

Zugleich ist klar, dass Deutschland als Innovationsstandort und Technologieführer weiterhin Vorreiter bleiben muss. Moderne Industrie, neue Technologien und klimafreundliche Produktionsverfahren entstehen nicht durch Rückzug, sondern durch gezielte Investitionen. Ein Beispiel ist die Stahlindustrie, die für zahlreiche Wertschöpfungsketten unverzichtbar ist. Ziel ist es, klimafreundliche Produktionsverfahren zu fördern, statt energieintensive Produktion ins Ausland zu verlagern. Wer Industrie einfach verdrängt, verlagert Emissionen lediglich und schwächt zugleich den eigenen Standort.

Darüber hinaus setzten wir darauf, Bürgerinnen und Bürgern den Umstieg auf emissionsärmere Alternativen zu erleichtern. Geplant sind z. B. neue Fördermaßnahmen im Bereich der Elektromobilität. Klimaschutz muss praktikabel, sozial ausgewogen und alltagstauglich sein.

Unser Ziel ist es, kommenden Generationen sowohl eine lebenswerte Umwelt als auch wirtschaftliche Perspektiven zu hinterlassen.

Mit Freundlichen Grüßen

Uwe Feiler MdB

Parlamentarischer Staatssekretär a.D.

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