Sehr geehrte Frau Ulrike Scharf, vor dem Hintergrund des Rentenpakets: Stimmen Sie der automatischen Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung zu? Ja oder nein? Mit freundlichem Gruß.
ZDF-Liveblog 2./3.7. (Paket, Merz Zitate)
ARD-Deutschlandtrend 3.7. (63%)
Euronews 2.7 (Rentenalter/Lebenserwartung im Paket)
Handelsblatt (Kommission, "Gesamtkunstwerk"-Zitat Frau Bas, Schwesig-Ablehnung)
Guten Tag Frau S.,
die von der Bundesregierung eingesetzte Alterssicherungskommission hat in ihrem am 23. Juni 2026 veröffentlichten Abschlussbericht empfohlen, die Regelaltersgrenze nach 2031 bei weiter steigender Lebenserwartung moderat anzupassen.
Nach den aktuellen mittleren Annahmen des Statistischen Bundesamtes würde das bedeuten, dass die Regelaltersgrenze im Zeitraum zwischen 2031 und 2041 schrittweise um etwa sechs Monate von 67 auf 67,5 Jahre angehoben würde.
Die der Anhebung der Regelaltersgrenze zugrunde liegenden Rahmenbedingungen und Annahmen sollen dabei regelmäßig überprüft werden. Diese maßvolle Anpassung soll angesichts des demografischen Wandels dazu beitragen, die finanzielle Stabilität der gesetzlichen Rentenversicherung zu sichern.
Gleichzeitig empfiehlt die Kommission aber auch, dass Menschen in rentennahen Jahrgängen, die nach einer individuellen Gesundheitsprüfung nachweislich nicht mehr in ihrem letzten langjährig ausgeübten Berufsfeld erwerbstätig sein können, einen vereinfachten Zugang zu einer Rente erhalten sollen.
Ein solcher Rentenzugang soll abschlagsfrei zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze und weitere drei Jahre vorzeitig mit Abschlägen ermöglicht werden. Bedingung für die Inanspruchnahme einer solchen Rente soll eine Mindestversicherungszeit von 35 Jahren sein.
Ich möchte darauf hinweisen, dass es sich hierbei zunächst nur um Empfehlungen handelt. Ob und in welcher Form diese umgesetzt werden, bleibt dem Gesetzgebungsverfahren vorbehalten. Die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung sollte nicht isoliert bewertet werden. Die Alterssicherungskommission versteht ihre Vorschläge als Gesamtkonzept mit sozialen Ausgleichsregelungen und muss daher auch einheitlich betrachtet werden.
In jedem Fall werde ich mich auch aber weiterhin für gerechte und ausgewogene Lösungen in der Alterssicherung einsetzen.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrike Scharf

