Warum sollen wir Kaufhäuser wie Galeria Kaufhof immer wieder staatlich finanzieren? Die letzten Hilfen haben auch keine Besserung gebracht warum sollte es diesmal klappen?
Sehr geehrter Herr R.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Der erneute Insolvenzantrag von Galeria stellt rund 12.000 Beschäftigte vor existenzielle Sorgen und ist ein extrem bitteres Signal für den deutschen Einzelhandel. Viele von ihnen arbeiten seit Jahrzehnten im Unternehmen. Sie haben über viele Jahre den wirtschaftlichen Erfolg von Galeria ermöglicht und mussten allein in den letzten sechs Jahren bereits vier Insolvenzanträge durchmachen. Die Beschäftigten haben diese Krise nicht verursacht. Für mich ist deshalb zentral, dass sie nicht erneut unter den Fehlern des Managements leiden.
Ich erwarte jetzt von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche, dass sie dafür kämpft, eine Zukunft für Galeria und seine Beschäftigten zu schaffen.
Ihre Frage, warum es diesmal anders laufen sollte, ist berechtigt. Für uns als SPD gilt: Wer staatliche Unterstützung erhält, muss auch Verantwortung übernehmen. Das heißt: ein klares, langfristiges Bekenntnis zu den Standorten und den Beschäftigten und ein Konzept, das wirklich trägt. Die Beschäftigten und ihre Gewerkschaft müssen dabei frühzeitig und verbindlich einbezogen werden. Denn sie kennen das Unternehmen und wissen oft am besten, was sich ändern muss. Genau daran muss sich das Unternehmen messen lassen.
Die Beschäftigten verdienen endlich die Sicherheit, die ihnen zusteht.
Beste Grüße
Tim Klüssendorf

