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Thorsten Frei
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Frage von Dominik B. •

Ob Aktuelle Stunde oder Planspiel: Wie durchbrechen Sie die TikTok-Inszenierungslogik der AfD und wehren historisch bekannte Muster der parlamentarischen Aushöhlung von innen heraus ab?

Sehr geehrter Herr Frei,

die Dynamik in den Aktuellen Stunden sowie beim Planspiel „Jugend und Parlament“ zeigt ein klares Muster: Das Parlament wird gezielt als Kulisse für Provokationen und die anschließende Inszenierung einer Opferrolle genutzt.

Historiker warnen hierbei vor einem bekannten methodischen Kalkül: Demokratische Institutionen und deren Freiheiten werden strategisch instrumentalisiert, um sie von innen heraus verächtlich zu machen – ein strukturelles Muster der Obstruktion, das bereits zum Scheitern der Weimarer Republik beitrug.

Als Bürger möchte ich Sie nicht angreifen, sehe aber die Pflicht, dieses historische Zersetzungskalkül nicht durch rein reaktives Verhalten zu füttern.

Welche Strategie nutzen Sie, um diesem destruktiven Muster proaktiv die digitale Deutungshoheit im Netz zu entziehen?

Wie schützen Sie unsere Institutionen vor dieser Instrumentalisierung?

Mit freundlichen Grüßen
D. B.

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Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr B.,

ich teile Ihre Einschätzung, dass demokratische Institutionen nicht durch gezielte Provokation und anschließende Opferinszenierung geschwächt werden sollten. Gerade deshalb ist es wichtig, dass das Parlament handlungsfähig bleibt und sich nicht von jeder Zuspitzung treiben lässt. Streit ist im Parlament normal und notwendig, aber er muss auf der Sachebene geführt werden. Ich habe mich immer wieder dafür ausgesprochen, parlamentarische Debatten zu stärken, statt sie auf reine Inszenierung zu reduzieren. Im von Ihnen angesprochenen digitalen Raum brauchen wir vor allem klare und verlässliche Kommunikation, Transparenz und eine schnelle Einordnung von Vorgängen. Die Antwort auf strategische Provokation kann nicht darin bestehen, selbst in permanente Empörung zu verfallen. Wichtiger ist es, Regeln durchzusetzen, demokratische Verfahren zu schützen und den Bürgerinnen und Bürgern verständlich zu machen, worum es wirklich geht. Aus den Erfahrungen der Weimarer Republik lässt sich lernen, dass demokratische Institutionen dann besonders verletzlich werden, wenn sie durch Dauerblockade, Verächtlichmachung und fehlenden Respekt ausgehöhlt werden. Deshalb müssen wir wachsam bleiben, rechtsstaatlich reagieren und als Regierung die Alltagsprobleme der Menschen mit Gesetzen lösen. Wenn das gelingt, findet Empörung keinen Widerhall.

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Frei

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