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Thomas Huber
CSU
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Frage von Astrid S. •

Si d Sie dafür, dass der Rentenbeginn an die Lebenserwartung gekoppelt wird?

Sehr geehrter Herr Huber,

Soll durch das Thema Krankschreibung ab dem ersten Tag, der Fokus weg von der Koppelung Rentenbeginn und Lebenserwartung gelenkt werden.

Unterschätzt die Regierung das eigene Volk?

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Antwort von CSU

Sehr geehrte Frau S.,

vielen Dank für Ihre Frage und Ihr Interesse an der Zukunft unserer Alterssicherung. Das Thema bewegt viele Menschen zu Recht, deshalb möchte ich Ihnen gerne offen antworten.

Zu Ihrer ersten Frage: Ja, ich halte eine maßvolle Kopplung des Renteneintritts an die Lebenserwartung für einen sinnvollen Baustein, ausdrücklich aber als Teil eines ausgewogenen Gesamtpakets und nicht als isolierte Maßnahme. Die Alterssicherungskommission schlägt vor, zusätzlich gewonnene Lebenszeit im Verhältnis 2:1 auf die Erwerbs- und die Rentenphase aufzuteilen. Nach der aktuellen Modellrechnung würde die Regelaltersgrenze dadurch zwischen 2031 und 2041 schrittweise von 67 auf 67,5 Jahre steigen. Positiv ist aus meiner Sicht die moderate Ausgestaltung und vor allem, dass die zugrunde liegenden Annahmen regelmäßig überprüft werden sollen. Steigt die Lebenserwartung nicht weiter, wird auch das Renteneintrittsalter nicht angehoben.

Entscheidend ist für mich dabei eine Bedingung: Längeres Arbeiten muss auch tatsächlich möglich und zumutbar sein. Dazu gehören altersgerechte Arbeitsbedingungen, Prävention und Gesundheitsschutz, Weiterbildung sowie flexible Übergänge in den Ruhestand. Ebenso braucht es faire Regelungen für alle, die früh ins Berufsleben eingestiegen sind oder körperlich und psychisch besonders belastende Tätigkeiten ausüben. Für solche Härtefälle sieht die Kommission ausdrücklich gesonderte Schutzregelungen vor. Ohne diese Absicherungen wäre eine höhere Altersgrenze aus meiner Sicht nicht vertretbar.

Zu Ihrer zweiten Frage, ob die Debatte über die Krankschreibung von der Rente ablenken solle: Diesen Eindruck teile ich nicht. Aktuell wird – zum Glück – eine Vielzahl an notwendigen Reformen gleichzeitig und offen diskutiert. Dabei wird nichts versteckt. Im Gegenteil, das Medienecho auf die Reformvorschläge ist sehr groß, insofern kann man hier wirklich nicht davon sprechen, dass hier gezielt der Fokus von einzelnen Themen „weggelenkt“ werden soll.

Ihre Sorge, ob die Politik die Bürgerinnen und Bürger unterschätzt, nehme ich ernst. Gerade bei so weitreichenden Entscheidungen wie der Alterssicherung ist Ehrlichkeit die Grundlage von Vertrauen. Die Rente muss verlässlich bleiben, für die heutigen Rentnerinnen und Rentner ebenso wie für die junge Generation, die das System künftig mitträgt. Genau deshalb bin ich überzeugt, dass wir offen über Notwendigkeiten und Belastungen sprechen müssen, statt Probleme zu verschweigen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Huber

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