Lachend am Geländer
Tanja Machalet
SPD
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Frage von Julia G. •

Wie stellen Sie sich die kinderärztliche Versorgung im Westerwald vor? Die Praxen sind ohnehin schon überlaufen und alle arbeiten am Limit!

Lachend am Geländer
Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau G.,

die Sorge der Eltern im Westerwald ist absolut nachvollziehbar: Viele kinderärztliche Praxen sind überlastet, Termine sind schwer zu bekommen und die Ärztinnen und Ärzte sowie ihre Teams arbeiten am Limit. Gerade als Mutter weiß ich, wie wichtig eine verlässliche und wohnortnahe medizinische Versorgung für Kinder und Familien ist. Wenn das eigene Kind krank ist, braucht man nicht nur eine gute medizinische Behandlung, sondern auch die Sicherheit, dass Hilfe erreichbar ist.

Die kinderärztliche Versorgung im Westerwald ist deshalb eine der zentralen Zukunftsaufgaben. Für mich ist klar: Gute Gesundheitsversorgung darf nicht davon abhängen, ob eine Familie in einer größeren Stadt oder in einer ländlichen Gemeinde lebt.

Als Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Gesundheitsausschusses setze ich mich dafür ein, dass die Rahmenbedingungen für eine starke ambulante Versorgung verbessert werden. Die Bundesregierung und die Koalition aus CDU/CSU und SPD haben im aktuellen Koalitionsvertrag wichtige Schwerpunkte gesetzt: Wir wollen die ambulante Versorgung stärken, die Patientensteuerung verbessern und mit einem Primärarztsystem dafür sorgen, dass Menschen schneller die richtige Anlaufstelle finden. Haus- und Kinderärztinnen und -ärzte spielen dabei eine zentrale Rolle. Gerade die Kinder- und Jugendmedizin zeigt, wie wichtig eine gut koordinierte, wohnortnahe Versorgung ist.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sicherung des medizinischen Nachwuchses. Wir wollen mehr junge Ärztinnen und Ärzte für die Kinder- und Jugendmedizin gewinnen und ihnen ermöglichen, ihre Weiterbildung auch stärker im ambulanten Bereich zu absolvieren. Nur wenn wir ausreichend Nachwuchs ausbilden und für ländliche Regionen gewinnen, können wir die Versorgung langfristig sichern.

Auch die Entlastung der bestehenden Praxen ist entscheidend. Die Kinderärztinnen und Kinderärzte im Westerwald leisten hervorragende Arbeit, aber sie können die steigende Belastung nicht dauerhaft allein auffangen. Deshalb brauchen wir weniger unnötige Bürokratie, bessere digitale Strukturen und eine engere Zusammenarbeit zwischen ambulanten Praxen, Krankenhäusern, Sozialpädiatrischen Zentren und weiteren Gesundheitsangeboten.

Für den Westerwald bedeutet das: Wir müssen die bundespolitischen Möglichkeiten vor Ort nutzen und eigene Lösungen entwickeln. Als Landrätin möchte ich die Gesundheitsversorgung zu einer Chefinnensache machen und gemeinsam mit allen Beteiligten ein starkes regionales Versorgungsnetz aufbauen.

Dazu gehören auch neue Versorgungsmodelle wie Gemeinschaftspraxen oder Medizinische Versorgungszentren, die die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen können. Wir müssen junge Ärztinnen und Ärzte bei der Niederlassung unterstützen und zeigen, dass der Westerwald ein attraktiver Ort zum Arbeiten und Leben ist. Dazu gehören moderne Arbeitsbedingungen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine Region, in der medizinische Fachkräfte langfristig eine Perspektive haben.

Die Digitalisierung kann dabei unterstützen – beispielsweise durch bessere Vernetzung der Leistungserbringer oder telemedizinische Angebote für Familien in weiter entfernten Ortsteilen. Sie kann aber nicht den persönlichen Kontakt ersetzen und sie ersetzt auch nicht die notwendige Zahl an Kinderärztinnen und Kinderärzten vor Ort.

Mir ist wichtig, ehrlich zu bleiben: Eine Landrätin kann keine Kinderärztinnen und Kinderärzte per Verfügung einstellen. Aber sie kann Verantwortung übernehmen, Partner zusammenbringen, Fördermöglichkeiten nutzen und dafür sorgen, dass der Westerwald bei der Gesundheitsversorgung nicht den Anschluss verliert.

Mein Ziel ist eine kinderärztliche Versorgung, auf die sich Familien verlassen können. Als Mutter, als Bundestagsabgeordnete und als Kandidatin für das Amt der Landrätin werde ich mich dafür einsetzen, dass Kinder im Westerwald auch in Zukunft die medizinische Betreuung bekommen, die sie brauchen – wohnortnah, zuverlässig und auf hohem Niveau.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Dr. Tanja Machalet

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