Guten Tag, Die Vergütung der psychotherapeutischen Leistungen wurde gekürzt. Um4,5%,was ein Schlag ins Gesicht für alle (angehenden) Psychotherapeutinnen und Patientinnen. Was können Sie für uns tun?
Erneut wurde in dem Bereich gespart, in dem vor allem Frauen arbeiten und behandelt werden. Siehe Kürzung der Hebammenvergütung im November 2025!
Werden Sie aktiv gegen die Abwertung dieser wichtigen Arbeit!
Guten Tag,
bitte entschuldigen Sie, dass die Antwort so lange gedauert hat.
Ich teile Ihre Kritik. Die Absenkung um 4,5 Prozent zum 1. April war das falsche Signal, gerade weil viele Menschen ohnehin viel zu lange auf einen Therapieplatz warten. Und sie trifft besonders diejenigen, die noch in der Ausbildung stecken und sich überlegen müssen, ob eine eigene Niederlassung für sie überhaupt trägt. Wer eine gute psychotherapeutische Versorgung will, darf ausgerechnet an dieser Stelle nicht kürzen.
Entschieden wird das allerdings nicht im Landtag, sondern im Erweiterten Bewertungsausschuss zwischen Krankenkassen und Ärzteschaft. Darauf habe ich keinen direkten Zugriff, und ich will Ihnen auch nichts anderes erzählen. Was ich tun kann, ist Druck über die Landesregierung und über den Bundesrat zu machen.
Genau das haben wir versucht. Unsere Bedenken gegen die Honorarkürzung haben wir gegenüber der Bundesgesundheitsministerin deutlich gemacht. Und beim GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das die Finanzierung ambulanter Leistungen zusätzlich begrenzt, hat Niedersachsen am 10. Juli gemeinsam mit dem Saarland, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt im Bundesrat beantragt, den Vermittlungsausschuss anzurufen. Ziel war eine grundlegende Überarbeitung des Gesetzes, weil es aus unserer Sicht zu einseitig bei der Versorgung spart. Der Antrag hat keine Mehrheit gefunden, das Gesetz gilt inzwischen. Ich halte die Kritik daran weiterhin für berechtigt.
Das Grundproblem ist damit ohnehin nicht gelöst. Solange die Bedarfsplanung auf Bundesebene den tatsächlichen Bedarf an Therapieplätzen nicht realistisch abbildet, bleiben die Wartezeiten so lang, wie sie sind. Eine Reform der Bedarfsplanung ist deshalb aus meiner Sicht der wichtigste Hebel, und dafür setzen wir uns als SPD-Fraktion gemeinsam mit der Landesregierung weiter ein.
Ihre Anfrage gebe ich an unsere gesundheitspolitischen Sprecherinnen und Sprecher in der Fraktion und an das niedersächsische Gesundheitsministerium weiter, mit der Bitte, gegenüber dem Bund weiter auf Nachbesserungen zu dringen.
Danke, dass Sie nachgefragt haben.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Politze

