Haben Sie ihr Studium der Rechtswissenschaften auch erfolgreich abgeschlossen?
Nein, ein Staatsexamen habe ich nicht. Ich habe eine Ausbildung zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten gemacht und war danach jahrelang Bürovorsteher in einer Kanzlei, parallel dazu habe ich auch an der Uni Hannover Jura studiert. Mein Zugang zum Recht war eben der Kanzleialltag: Fristen, Mandantengespräche, Verfahrensabläufe, Kostenrecht, also die praktische Seite, mit der man in einer Kanzlei jeden Tag zu tun hat.
Mir ist da grundsätzlich was wichtig: Wir tun in diesem Land oft so, als zähle nur der akademische Abschluss etwas. Dabei lernt man in einer Ausbildung und im Berufsalltag Dinge, die man in einem Studium so nicht lernt. Beides hat seinen eigenen Wert, und das sollte sich auch darin zeigen, wie wir über Bildungswege sprechen und wie wir sie behandeln, bei der Bezahlung genauso wie beim gesellschaftlichen Ansehen. Das ist übrigens auch ein Grund, warum mir berufliche Bildung in der Landespolitik ein echtes Anliegen ist.

