Wie kann die Versorgung psychisch Kranker auch im ländlichen Raum gesichert werden?
Sehr geehrte Frau Borchardt,
ich arbeite in einer ländlichen Praxis für Psychotherapie in Mecklenburg-Vorpommern und behandle dort alle Altersgruppen im Einzel- und Gruppensetting.
Aktuell befinden sich über 125 Menschen auf der Warteliste, da es hier im Raum zu wenige alternative Angebote gibt.
Ich kann nur für diese Bevölkerungsgruppe sprechen, mit der ich arbeite. Diese fühlt sich durch die geplanten Reformen im Gesundheitswesen massiv im Stich gelassen. Viele meiner Patienten sind schon lange am Limit. Weitere Belastungen sind für viele nicht zu stemmen. Mir stellen sich folgende Fragen:
Wieso werden nicht alle Bevölkerungsgruppen solidarisch beteiligt?
Welche Methoden der Selbstkritik und der Selbtsreflexion setzen Sie ein? Wenn Sie eine dialektische Grundhaltung einnehmen, wo sehen Sie Schwachstellen in der geplanten Reform?
In wie weit sind die Schwachstellen im ländlichen Raum mitgedacht worden? Wie soll Nachwuchs motiviert werden (nach teurer Ausbildung, Praxiskosten… )?

