Wie stehen sie zu der Entscheidung bezüglich der Krankschreibung und wo sehen sie die Entlastung der Praxen?
Quelle öffentliche rechtliche Medien
Sehr geehrte Frau K.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Bei der Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag handelt es sich bisher nur um einen Reformvorschlag. Er ist als Kompromiss entstanden, nachdem die Union unbezahlte Karenztage gefordert hatte. Diesen Vorschlag hat die SPD klar abgelehnt. Beschäftigte sollen bei Krankheit nicht auf einen Teil ihres Lohns verzichten müssen.
Die vorgeschlagene Regelung ist noch kein Gesetz. Deshalb steht auch noch nicht fest, wie sie konkret ausgestaltet wird. Bestehende tarifliche und betriebliche Regelungen sollen weiterhin gelten. In den weiteren Beratungen muss außerdem sichergestellt werden, dass kranke Menschen nicht unnötig belastet werden.
Für uns ist wichtig, dass niemand gezwungen sein sollte, sich bereits am ersten Krankheitstag krank in eine Arztpraxis zu begeben. Deshalb müssen auch weiterhin einfache Möglichkeiten zur Krankschreibung bestehen, etwa die Videosprechstunde. Das könnte Praxen weiterhin entlasten.
Die genaue Ausgestaltung steht wie bereits erwähnt noch aus. Für uns als SPD-Bundestagsfraktion ist eine praktikable Lösung entscheidend, die Beschäftigte schützt und zu keiner erhöhten Belastung der Arztpraxen führt.
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Poschmann

