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Sabine Bätzing-Lichtenthäler
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Frage von Natalie Z. •

Wie unterstützen Sie den langfristigen Zugang zur psychotherapeutischen Grundversorgung für alle?

Sehr geehrte Frau Bätzing-Lichtenthäler,

die gerade beschlossene Abwertung der ambulanten Psychotherapie um 4,5 % ab April 2026 ist angesichts der monate- bis jahrelangen Wartezeiten für Patienten wie für wirtschaftlich ohnehin strapazierte Praxen schwer nachvollziehbar.

Psychische Erkrankungen verursachen jährlich über 130 Milliarden Euro volkswirtschaftlichen Schaden. Ambulante Psychotherapie kostet 4 Milliarden Euro im Jahr - und stabilisiert nachweislich das Gesamtsystem.

In meiner Privatpraxis habe ich aufgrund der unzähligen Anfragen tatsächlich zur Hälfte Kassenpatienten in Behandlung - und muss dennoch in jeder Woche viele neue Absagen schreiben.

Was tun Sie, damit das System der psychotherapeutischen Grundversorgung nicht zusammenbricht?

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau Z.,

vielen Dank für Ihre Nachricht und die eindrückliche Schilderung der Situation. Die langen Wartezeiten und die Belastung in den Praxen nehmen wir sehr ernst. Für uns als SPD ist klar: Eine verlässliche, wohnortnahe Versorgung, gerade auch bei psychischen Erkrankungen, gehört zur Daseinsvorsorge.

Die von der SPD geführte Landesregierung handelt hier auf mehreren Ebenen: Es wurden zusätzliche Kassensitze geschaffen, zugleich setzen wir uns auf Bundesebene für eine Reform der Bedarfsplanung ein, damit mehr Therapieplätze entstehen. Ergänzend fordern wir pragmatische Übergangslösungen, etwa eine stärkere ambulante Mitwirkung von Kliniken, und bauen die Steuerung der Versorgung aus, zum Beispiel mit Angeboten wie dem psychNAVi, das schneller zu passenden Hilfen führt. Ziel ist es, die ambulante Versorgung zu stärken, besser zu vernetzen und Wartezeiten spürbar zu verkürzen.

Uns ist zugleich bewusst: Gute Versorgung braucht ausreichend Fachkräfte und verlässliche Rahmenbedingungen. Daran arbeiten wir, auch wenn Vergütungsfragen auf Bundesebene entschieden werden. Hier setzen wir uns dafür ein, dass Entscheidungen die Realität in den Praxen berücksichtigen und nicht zulasten der Patientinnen und Patienten gehen.

Ich danke Ihnen sehr für Ihr großes Engagement und die wichtige Arbeit, die Sie täglich leisten. Ihre Schilderungen geben uns einen unverstellten Einblick in die Realität vor Ort, das ist für uns von großem Wert. Mir ist bewusst, wie viel Verantwortung und auch persönliche Belastung damit verbunden ist. Umso mehr möchte ich Ihnen dafür ausdrücklich Anerkennung aussprechen.

Mit freundlichen Grüßen
Sabine Bätzing-Lichtenthäler MdL

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