Stehen Sie dafür, dass das Renteneintrittsalter in Deutschland künftig automatisch an die Lebenserwartung gekoppelt wird, oder sind Sie grundsätzlich gegen eine solche Koppelung?
Sehr geehrter Herr S.,
Zunächst besten Dank für Ihre Frage!
Ich lehne eine automatische Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung ab. Die durchschnittliche Lebenserwartung sagt wenig darüber aus, wie lange Menschen tatsächlich gesund und arbeitsfähig sind. Gerade Beschäftigte in körperlich belastenden Berufen – etwa in der Pflege, im Handwerk oder auf dem Bau – können häufig nicht einfach immer länger arbeiten.
Deshalb halte ich eine starre Kopplung an die Lebenserwartung für den falschen Weg. Gerechter ist es, die Zahl der Beitragsjahre stärker zu berücksichtigen. Wer früh ins Berufsleben eingestiegen ist und jahrzehntelang gearbeitet hat, muss auch die Möglichkeit haben, früher in den Ruhestand zu gehen.
Unser Ziel muss ein Rentensystem sein, das finanzierbar bleibt und gleichzeitig soziale Gerechtigkeit wahrt. Dazu gehören gute Löhne, eine breite Finanzierungsbasis und faire Regelungen für Menschen mit langen und belastenden Erwerbsbiografien – nicht eine pauschale Anhebung des Renteneintrittsalters.
Beste Grüße
Sabine Bätzing-Lichtenthäler, MdL

