Sehr geehrter Herr Aumer, ist es zielführend die Renten langjährig Versicherter mit denen besonders langjährig Versicherter zu vergleichen?MfG Patrik B.
Nachfrage zu Ihrer Antwort an Herrn H.
Ein Standard langjährig Versicherter erwirbt in 35 Jahren 35 Rentenpunkte und nimmt Abschläge auf seine Rente in Kauf.Ein Standard besonders langjährig Versicherter erwirbt in 45 Jahren 45 Rentenpunkte. Daß letzterer eine höhere Zugangsrente erhält ist einzig der längeren Erwerbstätigkeit und dem Äquivalenzprinzip in der GRV geschuldet. Rentenpunkte mal Rentenwert,aktuell 42,52 Euro.Wo liegt die von der Rentenkommission festgestellte Ungerechtigkeit? Vergrößert sich der Rentenunterschied nicht sogar durch die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente?Sind es nicht auch besonders viele Frauen die die Rente nach 35 Jahren in Anspruch nehmen, deren Verdienste und somit ihre Rente in der Regel wesentlich niedriger ausfallen als die der Männer?
Sind die Daten der Rentenkommission aktuell?
https://www.fr.de/wirtschaft/rente-mit-63-nur-maennern-zahlen-merz-regierung-zeigen-ganz-andere-wahrheit-zr-94432218.html
Sehr geehrter Herr B.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und Nachfrage. Die Zahlen und Annahmen, die die Rentenkommission in ihrem Bericht anführt, gilt es zum einen über das mit der Rentenreform beauftragte und zuständige Bundesarbeitsministerium zu bewerten und einzuordnen; und zum anderen im parlamentarischen Verfahren anhand eines Gesetzentwurfs durch die Abgeordneten zu beurteilen und zu bewerten.
Ihre rechnerisch richtige Feststellung fließt in meine Überlegungen hierzu mit ein. Klar ist, dass es bei der Rentenreform nicht darum gehen darf, Leistungsanerkennung und Verlässlichkeit gegeneinander auszuspielen. Im Gegenteil Veränderungen im Rentensystem bedürfen immer einer großen Sorgfalt und der Wahrung des Vertrauensschutzes. Eine zielgenaue und aussagekräftige politische Beurteilung der Punkte der Rentenkommission ist daher erst mit dem konkreten Gesetzentwurf zu diesen einzelnen Punkten möglich. Klar ist, dass ich mich – auch aufgrund der Vielzahl an Rückmeldungen aus Gesprächen vor Ort, mit Betroffenen und Nachrichten an mich – für einen starken Vertrauensschutz mit Blick auf die Rente für besonders langjährig Versicherte einsetze, hier sind mehrjährige Übergangsfristen und/oder Stufenmodelle zu prüfen und anzuwenden.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Peter Aumer

