Längere Lebenserwartung von Akademikern – spricht das gegen oder für die Kopplung des Renteneintrittsalters an Beitragsjahre? an Beitragsjahre?
Sehr geehrter Herr Aumer,
Sie lehnen eine starre Kopplung an Beitragsjahre mit dem Hinweis auf neue Ungerechtigkeiten ab.
Haben Sie bei Ihrer Bewertung berücksichtigt, dass Akademiker zwar später in den Beruf einsteigen, statistisch aber eine höhere Lebenserwartung haben und damit nicht nur über weniger Beitragsjahre verfügen, sondern im Durchschnitt sogar noch länger Rente beziehen?
Wie begründen Sie vor diesem Hintergrund, dass eine Kopplung an Beitragsjahre weitere soziale Ungerechtigkeit herbeiführt? Für mich spricht dieser Zusammenhang eher für das Gegenteil
Mit freundlichen Grüßen
S. H.
Sehr geehrte Frau H.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und Perspektive. Bei der anstehenden Rentenreform dürfen Leistungsanerkennung und Verlässlichkeit nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Höhe der Rente richtet sich dabei nicht nach den Beitragsjahren, sondern nach den in den Beitragsjahren erreichten Rentenpunkten, aufgrund des Äquivalenzprinzips.
Eine verantwortungsvolle Rentenreform muss in meinen Augen daher Möglichkeiten eines flexibleren Renteneintritts forcieren. Hier hat die Bundesregierung mit der Aktivrente einen wichtigen und erfolgreichen Schritt gemacht. So gibt es mit rund 9.000 Aktivrentnern einen Zuwachs von 3,2 Prozent bei den erwerbstätigen Rentnern. Besonders profitiert der Mittelstand und Handwerksbetriebe. Diese Flexibilität und Freiwilligkeit braucht es, um den individuellen Lebensläufen in unserer Gesellschaft Rechnung zu tragen.
Gleichzeitig braucht es – wie auch von der Rentenkommission vorgeschlagen – Schutzmechanismen für Menschen, die körperlich nicht bis 67 Jahre arbeiten können. Hier werde ich mir den noch ausstehenden Gesetzentwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales genau anschauen, damit keine sozialen Härten entstehen und Menschen in körperlich anstrengenden Berufen keine rentenpolitischen Nachteile entstehen.
Vielen Dank für Ihre Mühe mir zu schreiben, um unser Rentensystem fit für die Zukunft zu machen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Peter Aumer

