Welche Maßnahmen zum Klimaschutz planen und befürworten Sie? Wie wollen Sie Wetterlagen wie sie im letzten Frühjahr unsere Äcker erst deutlich später hat nutzbar machen lassen, begegnen?
Sehr geehrter Herr W.,
Sie fragen zu recht, denn die Klimakrise ist die größte Gefahr für die Landwirtschaft. Der Schutz von Klima, Böden, Wasser und Artenvielfalt entscheidet darüber, ob wir auch morgen noch unsere Nahrung sichern können. Deshalb bilden Klimaschutz und eine Erhöhung der Klimaresilienz – also die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen der Klimakrise – die wesentlichen Grundlagen unserer Landwirtschaftspolitik.
Klimaschutz und die Verringerung von Treibhausgasen stehen – neben der Ernährungssicherung – ganz oben auf der politischen Agenda. Der Land- und Forstwirtschaft kommt dabei eine herausgehobene Rolle zu.
- Sie ist selbst unmittelbar vom Klimawandel betroffen und muss darauf reagieren.
- Auch sie verursacht Treibhausgase und ihr Ausstoß wird – anders als in anderen Branchen – nie komplett zu verhindern sein.
Die Land- und Forstwirtschaft ist aber auch Teil der Lösung und trägt zum Klimaschutz bei: Boden, Wald und Holz nehmen Kohlenstoffdioxid auf und entlasten somit die Atmosphäre. Zudem erzeugt sie nachwachsende Rohstoffe, die ein Ersatz für erdölbasierte Produkte darstellen können.
Die Schwerpunkte der Klimaschutzanstrengungen in der Land- und Forstwirtschaft liegen darin, Emissionen zu mindern – und Ressourcen effizienter einzusetzen und damit insgesamt noch nachhaltiger zu produzieren. Außerdem sollen die Kohlenstoffspeicherpotenziale der Land- und Forstwirtschaft gefördert werden.
Die Klimaschutzmaßnahmen in Zuständigkeit des BMLEH beziehen sich vorwiegend auf die Sektoren Landwirtschaft sowie Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (LULUCF) und sollen sicherstellen, dass die Klimaschutzziele 2030 in diesen Bereichen erreicht werden.
Die Maßnahmen im Einzelnen:
- Senkung der Stickstoffüberschüsse einschließlich Minderung der Ammoniakemissionen und gezielte Verminderung der Lachgasemissionen, Verbesserung der Stickstoffeffizienz
- Stärkung der Vergärung von Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft und landwirtschaftlichen Reststoffen
- Ausbau des Ökolandbaus
- Verringerung der Treibhausgasemissionen in der Tierhaltung
- Energieeffizienz in der Landwirtschaft
- Humuserhalt und -aufbau im Ackerland
- Erhalt von Dauergrünland
- Schutz von Moorböden, einschließlich Reduzierung der Torfverwendung in Kultursubstraten
- Erhalt und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder und Holzverwendung
- Nachhaltige Ernährungsweisen einschließlich Vermeidung von Lebensmittelabfällen und Programm zur Stärkung der Nachhaltigkeit in der Gemeinschaftsverpflegung der Bundesverwaltung
- Forschung zu "Klimaschutz in der Landwirtschaft"
- Prüfung der Anpassung von Qualitätsparametern zur Backweizenbewertung zur Einsparung von Stickstoff-Qualitätsgaben bei der Backweizenerzeugung
Nun muss es uns die große Aufgabe in gemeinsamer Kraftanstrengung (nur) noch gelingen.
Mit vielem Dank für Ihr Interesse und besten Grüßen
Oliver Pöpsel

