Mona Neubaur
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Frage von Herbert K. •

Kann man Co2 aus der Atmosphäre herausfiltern und es 1.) in die Tiefsee leiten und 2.) als Rohstoff zur Bildung langlebiger Kunststoffe verwenden ?

Besteht die Möglichkeit, dass das NRW-Wirtschaftsministerium den Bau des Prototyps einer solchen Anlage in NRW in Auftrag gibt ?

Mona Neubaur
Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS) bezeichnet eine Technologie zur Abscheidung von CO2-Emissionen aus industriellen Prozessen (Capture), deren anschließende Nutzung (Utilization) oder auch dauerhafte Speicherung (Storage). 

CO₂ aus der Atmosphäre zu filtern und anschließend zu speichern, gehört zu den Optionen für den Umgang mit sogenannten „unvermeidbaren Emissionen“. Dabei gilt jedoch eine klare Reihenfolge: Emissionen vermeiden hat oberste Priorität, danach kommt die Nutzung und erst zuletzt die Speicherung. 

Die Nutzung von CO₂ als Rohstoff, etwa zur Herstellung langlebiger Kunststoffe, Chemikalien oder Dämmstoffe bietet erhebliche Chancen für den Industriestandort. CO₂ kann auf diese Weise fossile Rohstoffe ersetzen und in Wertschöpfungsketten zurückgeführt werden. Entscheidend ist dabei, dass der Kohlenstoff möglichst langfristig gebunden wird und die Gesamtbilanz tatsächlich zum Klimaschutz beiträgt. Nicht jede Anwendung erfüllt diese Bedingung automatisch.

Das Wirtschaftsministerium wird den Bau derartiger Anlagen nicht selbst beauftragen. Stattdessen setzt das Land darauf, strategische Leitplanken zu setzen (bspw. durch die Carbon Management Strategie) sowie Innovationen aus der Wirtschaft und der Forschung gezielt zu fördern. Entsprechende Projekte – auch Prototypen – können unterstützt werden, wenn sie in starken Kooperationen entstehen und einen überzeugenden Beitrag zu Klimaschutz und industrieller Transformation leisten. So hat das Ministerium in 2025 erfolgreich den Förderwettbewerb „CCU-Modellregionen“ durchgeführt

Der Weg der Speicherung ist perspektivisch relevant, aber kein einfacher oder kurzfristig breit einsetzbarer Lösungsansatz. Eine Einleitung in die Tiefsee ist derzeit keine Option, die wir in Nordrhein-Westfalen verfolgen.

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