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Michael Kießling
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Frage von Antje T. •

Social Media ab 16?

Sehr geehrter Herr Kießling, ich habe eine Frage: würden Sie für ein Social Media Verbot bis 16 Jahren stimmen. Am 10.11.2025 gibt es dazu eine Anhörung im Bundestag von smarter Start ab 14. Mir ist diese Initiative besonders wichtig, da sie sich für den Schutz der Kinder und Jugendlichen in unserem Land einsetzt. Ich komme aus dem Landkreis Landsberg .ich setze mich aus einem bestimmten Grund für ein Social Media Verbot bis 16 Jahre ein: mein Sohn wurde im November 22 von einem Jugendlichen zusammengeschlagen, dass alles gefilmt und über WhatsApp und Instagram in allen Schuhen im Landkreises verteilt. Daraufhin hat er sich im Januar 23 das Leben genommen, mit nur 14 Jahren. Ich arbeite als Erzieherin in einer großen Kita mit Hort. Auch da ich sehe ich täglich die Auswirkungen von zu viel und falsche Medien gebrauchen. Bitte setzen Sie sich für ein Verbot ein, Antje T.

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Antwort von CSU

Sehr geehrte Frau T.,

vielen Dank für Ihre Anfrage zur Diskussion über eine mögliche Altersgrenze für soziale Medien. Gerne möchte ich Ihnen die Haltung der CSU dazu darlegen.

Zunächst ist festzuhalten: Der Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum ist für uns ein zentrales Anliegen. Die Berichte aus Schulklassen, die Erfahrungen vieler Eltern sowie wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen deutlich, dass exzessive Nutzung sozialer Medien erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit junger Menschen haben kann. Hier besteht ohne Zweifel Handlungsbedarf.

Der Beschluss der CDU, eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren für soziale Medien zu fordern, hat deshalb auch in der CSU eine intensive Debatte angestoßen. Innerhalb der Christlich-Sozialen Union werden unterschiedliche Argumente abgewogen. Einige Stimmen sehen in einer klaren Altersgrenze ein wirksames Signal für mehr Jugendschutz und eine notwendige Regulierung internationaler Plattformanbieter. Andere betonen, dass pauschale Verbote an der Lebenswirklichkeit vieler Familien vorbeigehen könnten und in der Praxis nur schwer durchsetzbar wären.

Aus unserer Sicht braucht es eine differenzierte Betrachtung. Soziale Medien sind für viele Jugendliche „Tor zur Welt“ – mit positiven wie negativen Seiten. Neben möglichen gesetzlichen Altersvorgaben müssen daher vor allem die Plattformbetreiber stärker in die Pflicht genommen werden: durch wirksame Altersverifikation, transparente und jugendschutzkonforme Algorithmen sowie konsequentes Vorgehen gegen gewaltverherrlichende oder entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte. Ebenso entscheidend sind die Stärkung der Medienkompetenz in Schulen und die Unterstützung der Eltern in ihrer Erziehungsverantwortung.

Wir befinden uns derzeit innerhalb der CSU im Bundestag in einem vertieften Austausch über die richtige Ausgestaltung möglicher Maßnahmen. Ziel ist es, einen tragfähigen Weg zu finden, der den Schutz junger Menschen verbessert, ohne digitale Teilhabe und Kompetenzentwicklung unnötig einzuschränken. Dabei werden wir die praktischen Erfahrungen anderer Länder ebenso berücksichtigen wie die Einschätzungen von Fachleuten, Pädagogen und Betroffenen.

Für uns steht fest: Wegschauen ist keine Option. Wir wollen einen wirksamen, rechtssicheren und realitätsnahen Jugendschutz im digitalen Raum erreichen. Die Diskussion darüber führen wir sorgfältig und verantwortungsbewusst.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kießling, MdB

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