Markus Kurth
DIE GRÜNEN
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Frage von Unfna Rxre an Markus Kurth bezüglich Kinder und Jugend

# Kinder und Jugend 23. Sep. 2017 - 10:33

Der Verkauf von Zigaretten- und Alkohol an Kinder- und Jugendliche ist zwar hierzulande angeblich verboten aber der Konsum steigt ratierlich von Jahr zu Jahr an.
Beide legale Suchtmittel (beide sind nach der Definition der amerikanischen Gesundheitsbehörden: Drogen) sind gesundheitschädlich, dass wissen doch hoffentlich ALLE?!

Und da wollt ihr noch den Cannabis als Suchmittel zusätzlich frei verkäuflich machen?!
Wie wollt ihr den verhindern, dass Kinder- und Jugendliche auch noch an diese legale Droge dann nicht herankommen?

Freitags und Samstags ab 24:00 um die Reinoldikirche übergeben sich heute schon dutzende 12- bis 14 Jährige, die zu viel Alkohol eingenommen haben. Frag mal die Busfahrer vom Nachtexpress und die Taxifahrer!
Ich möchte mir nicht heute schon vorstellen wass passiert, wenn Cannabis auch noch als legale Droge dazu kommt!

PS:
Wer trägt bitte dann die Folgekosten im Gesundheitwesen durch diese zusätzliche langfristig krankmachende Volksdroge Nr. 3?

LG
HE

Von: Unfna Rxre

Antwort von Markus Kurth (GRÜNE) 19. Okt. 2017 - 13:28
Dauer bis zur Antwort: 3 Wochen 5 Tage

Sehr geehrter Herr Eker,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Die Zahl der Cannabiskonsumenten in Deutschland ist seit Jahren gleichbleibend hoch. Cannabis ist überall leicht erhältlich. Das Betäubungsmittelgesetz erfüllt nicht das ursprünglichen Versprechen - die Reduzierung des Angebots und eine Verringerung der Nachfrage. Wir GRÜNE setzen deshalb auf eine Drogenpolitik, die auf Prävention, Jugendschutz und Selbstbestimmung setzt. Es ist längst klar, dass Kriminalisierung und Repression keine erfolgreichen Mittel gegen den Konsum und Missbrauch von Drogen sind. Statt sinnfreier Strafverfolgung, die zudem viele Millionen Euro kostet, setzen wir auf Prävention für Kinder und Jugendliche, eine Stärkung der Suchthilfe für Abhängige und eine strenge Regulierung von Cannabis für Erwachsene. Unser Cannabiskontrollgesetz weist den Weg, wie individuelle Freiheit für Erwachsene und strikter Jugendschutz in eine ausgewogene Balance gebracht werden können. Wir wollen einen Jugendschutz mit strengen Kontrollen, mehr Prävention und die Vermeidung von Gesundheitsrisiken für erwachsene Konsumenten durch Regulierung und Kontrolle der Qualität.
Hier können Sie den grünen Gesetzesentwurf im Wortlaut nachlesen.

Entwurf eines Cannabiskontrollgesetzes (CannKG) http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/042/1804204.pdf

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Markus Kurth