Portrait von Marcel Hopp
Marcel Hopp
SPD
100 %
13 / 13 Fragen beantwortet
Zum Profil
Frage von Frank B. •

Was tun Sie, damit das SEZ, als Stätte für Sport und Freizeit mit historischer Bedeutung, nicht sinnlos weggeworfen sondern wiederbelebt wird? Ist das Aufwiegen mit Wohnungsbau nicht zu kurz gedacht?

Portrait von Marcel Hopp
Antwort von SPD

Lieber Herr B.,

vielen Dank für Ihre Frage, auch wenn ich zugeben muss, dass sie als Neuköllner Abgeordneter und Sprecher der SPD-Fraktion für Bildung etwas außerhalb meines unmittelbaren Fachbereichs liegt.

Leider wurde mit dem SEZ nach der Wende nicht so umgegangen, wie es für seinen Erhalt am besten gewesen wäre. Dem Land Berlin waren die Sanierungskosten damals zu hoch, weshalb das Gelände an einen Investor übertragen wurde. Dieser kam jedoch seinen vertraglichen Verpflichtungen - insbesondere der zügigen Wiederinbetriebnahme des Schwimmbads - nicht nach. Nach einem langjährigen Rechtsstreit konnte das Land Berlin das Grundstück erst 2024 zurückerhalten. In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist das Gebäude leider erheblich verfallen. Eine Wiederinbetriebnahme wäre heute technisch äußerst aufwendig und mit sehr hohen Investitionskosten verbunden.

Was Sie mit „zu kurz gedacht“ meinen, kann ich daher nicht ganz nachvollziehen. Nach meiner Einschätzung sind die aktuellen Planungen des Senats langfristig angelegt. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH (WBM) plant dort gemeinsam mit dem Land Berlin ein neues Quartier mit rund 500 Wohnungen für bis zu 1.500 Menschen, einer Schule sowie Gewerbe-, Sport- und sozialen Nutzungen. Rund die Hälfte der Wohnungen soll geförderter Wohnraum werden. Darüber hinaus sind Nahversorgung, sozialräumliche Angebote sowie Grün- und Aufenthaltsflächen vorgesehen. Das Quartier soll weitgehend autofrei entwickelt werden.

Angesichts des sehr angespannten Berliner Wohnungsmarktes und des dringenden Bedarfs an Schulplätzen und sozialer Infrastruktur halte ich diese Entwicklung für sinnvoll und notwendig. Neben dem nachvollziehbaren Wunsch vieler Berlinerinnen und Berliner, das SEZ als Ort mit historischer Bedeutung zu erhalten, gibt es ebenso berechtigte Interessen von Menschen, die dringend bezahlbaren Wohnraum suchen. Politik muss solche unterschiedlichen Interessen gegeneinander abwägen. Auch unser SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hat sich dafür ausgesprochen, den Wohnungsbau auf dem Gelände zu realisieren, gleichzeitig aber die historische und emotionale Bedeutung des SEZ anzuerkennen und einen Kompromiss anzustreben, der beiden Anliegen so weit wie möglich gerecht wird.

Soweit ich den Sachstand kenne, wurden verschiedene Möglichkeiten zum Erhalt des SEZ geprüft. Der Senat ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Sanierung und Wiederinbetriebnahme wirtschaftlich und technisch nicht vertretbar wären. Vor diesem Hintergrund halte ich es für sinnvoller, dem Gelände eine neue öffentliche Zukunft zu geben, anstatt weitere Jahre in eine ungewisse Perspektive zu investieren. Wichtig ist dabei aus meiner Sicht allerdings, dass die Geschichte und Bedeutung des SEZ bei der Entwicklung des neuen Quartiers angemessen berücksichtigt und sichtbar gemacht werden.

Mit freundlichen Grüßen
Marcel Hopp

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Marcel Hopp
Marcel Hopp
SPD

Weitere Fragen an Marcel Hopp