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Manuel Hagel
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Frage von Luise S. •

Wie genau soll das Schulsystem der weiterführenden Schulen aussehen?

Sehr geehrter Herr Hagel, ich bin selbst Lehrkraft an einer Realschule. Wie soll es mit der Realschule weitergehen? Wir haben aktuell einen sehr hohen Anteil an Schülern, die eigentlich eine Empfehlung für die GMS hätten. Wenn die verbindliche Empfehlung wieder eingeführt wird, würde das bedeuten dass die GMS wieder zur Hauptschule wird?

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Antwort von CDU

Sehr geehrte Frau S.,

vielen Dank für Ihre Anfrage über abgeordnetenwatch.de.

Uns sind zwei Aspekte in Sachen Bildung wichtig: Erstens nehmen wir die Menschen wie sie sind. In unserer Idee vom Bildungsland Baden-Württemberg ist jedes Kind wertvoll, mit all seinen Talenten und Fähigkeiten aber auch mit all seinen Schwächen. Das hat mit unserem Menschenbild zu tun. Gute Bildungspolitik berücksichtigt unterschiedliche Begabungen und will nicht alles gleichmachen. Deshalb geht es immer um die Chancengleichheit am Start und niemals um die Ergebnisgleichheit am Ziel. Wir stehen deswegen zweitens für ein modernes und kluges gegliedertes Schulsystem, das unsere Kinder nach ihren Möglichkeiten und in unterschiedlichen Geschwindigkeiten bestmöglich fördert.

Wir wollen die Grundschulempfehlung nach dem Modell „2 aus 3“ für alle Schularten einführen und die Regionale Schulentwicklung flexibilisieren. Das bisherige Kriterium der Mindestschülerzahl von 16 in Klasse 5 soll durch eine Durchschnittsbetrachtung über die gesamte Sekundarstufe I ersetzt werden, um einem möglichen Schüleraufwuchs in höheren Klassen Rechnung zu tragen. Zugleich möchte die CDU kooperative Verbünde zwischen Realschule sowie Haupt- und Werkrealschule ermöglichen. Wo geografische Gegebenheiten eine Kooperation nicht zulassen, soll eine Realschule bei ausreichender Nachfrage einen eigenständigen Haupt- und Werkrealschulzug einrichten können; die Mittelzuweisung für die jeweiligen Züge erfolgt dabei getrennt.

Für uns ist klar: Die Realschule hat eine eigenständige Berechtigung im gegliederten Schulsystem. Wir stehen für ein gegliedertes und durchlässiges Schulsystem mit drei Abschlüssen – Hauptschulabschluss, Realschulabschluss und Abitur – und klar profilierten Schularten sowie Schulen mit spezifischem Profil. Gymnasien, Realschulen sowie Haupt  und Werkrealschulen, kooperative Modelle und Gemeinschaftsschulen sichern Vielfalt und begabungsgerechte Durchlässigkeit.

Die Realschule ist eine tragende Säule des gegliederten Schulsystems. Sie steht für uns nicht zur Disposition. Mit klarer Leistungsorientierung, attraktiven Profilen und der besonderen Verbindung von Theorie und Praxis eröffnet die Realschule den Lernenden vielfältige berufliche Karrierewege. Sie steht für erfolgreiche Übergange in eine duale Ausbildung oder an ein berufliches Gymnasium. Wir wollen unsere Realschulen daher stärken und Profile sowie bilinguale Züge fördern.

Ich sage deshalb ebenso deutlich: Mit uns wird es die Realschule weiterhin als eigenständige Schulart geben. Eine pauschale „Wegrationalisierung“ oder zwangsweise Überführung in andere Schulformen entspricht nicht unserer Haltung. Unser Ziel bleibt ein klares Profil, verlässliche Rahmenbedingungen und eine realistische Ausstattung, die der pädagogischen Arbeit gerecht wird.

Freundliche Grüße
Manuel Hagel MdL 
 

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