Bosch, Daimler usw. bauen hier massiv Stellen ab. Gleichzeitig sagen Sie wir sollen mehr arbeiten und wollen Teilzeit verbieten. Wo soll die Arbeit herkommen und wie soll das gehen?
Lieber Herr Hagel,
ich komme aus dem Großraum Stuttgart. Bosch, Daimler, Porsche und Co. bauen hier im Moment massiv Stellen ab.
Nun sagen Sie, wir sollen noch mehr arbeiten und außerdem wollen Sie das Recht auf Teilzeit abschaffen.
Können Sie mir erklären, wo denn nun alle, die im Moment Ihren Job gekündigt bekommen arbeiten sollen? Und wenn alle, die in Teilzeit sind auch noch mehr arbeiten sollen, dann bräuchten wir ja nochmal mehr Arbeitsplätze, wo sollen die denn herkommen?
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir kurz erklären könnten, wie das funktionieren soll.
Sehr geehrter Herr M.,
vielen Dank für Ihre Anfrage über abgeordnetenwatch.de.
Zunächst ist mir eine Klarstellung wichtig: Die von Ihnen zitierte Forderung nach einer Abschaffung des Rechts auf Teilzeit ist kein Vorhaben der CDU. Es handelt sich hier um einen Antrag, den die Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU zur Beratung beim diesjährigen Bundesparteitag eingereicht hat. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der CDU – einschließlich mir selbst – haben bereits sehr deutlich gemacht, dass die Union keine Änderungen am bestehenden Recht auf Teilzeit anstrebt.
Teilzeit ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil unseres Arbeitsmarktes – an diesem Grundsatz rüttelt niemand. Arbeiten in Teilzeit und Minijobs sind die Lebensrealität für viele Menschen bei uns im Land – vor allem für Mütter und Väter ist das Alltag. Diese Modelle passen hervorragend zu unserem Land, denn sie schaffen Flexibilität, stärken als zusätzliches Angebot Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und damit auch den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg.
Ihre Sorge mit Blick auf den aktuellen Stellenabbau in großen Unternehmen ist absolut nachvollziehbar. Als CDU kämpfen wir um jeden Arbeitsplatz und setzen Rahmenbedingungen, damit neue Arbeitsplätze entstehen. Dafür wollen wir beispielsweise sieben Cluster aufbauen, in denen Baden-Württemberg schon exzellent ist und realistisch Weltspitze werden kann: etwa Automotive in der Region Stuttgart, Photonik auf der Ostalb oder Verteidigung am Bodensee. Für diese Cluster richten wir Sonderwirtschaftszonen ein. Neben den Sonderwirtschaftszonen wollen wir auch einen Zukunftsfonds schaffen, über den wir vor allem das Eigenkapital kleiner und mittlerer Unternehmen der Zulieferungsindustrie stärken.
Die aktuelle Situation zeigt, wie wichtig eine Wirtschaftspolitik ist, die Wachstum ermöglicht, Innovation fördert und Beschäftigung sichert. Genau daran arbeiten wir.
Freundliche Grüße
Manuel Hagel MdL

