Warum wird ausgerechnet bei der Psychotherapie gespart, obwohl frühzeitige Behandlung nachweislich langfristig Kosten im Gesundheitssystem spart?
Psychische Erkrankungen gehören inzwischen zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung. Gleichzeitig bestehen bereits heute vielerorts monatelange Wartezeiten auf einen Therapieplatz. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass eine frühzeitige Psychotherapie Chronifizierungen verhindern und dadurch spätere Kosten, beispielsweise durch stationäre Behandlungen, Krankengeld oder Erwerbsausfälle, reduzieren kann. Eine aktuelle gesundheitsökonomische Übersichtsarbeit des Universitätszentrums Unisanté (Lausanne, 2026), die 138 Studien ausgewertet hat, kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Investitionen in Psychotherapie langfristig einen deutlichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen haben. Vor diesem Hintergrund würde mich interessieren, warum ausgerechnet in diesem Bereich Einsparungen vorgenommen werden sollen.

