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Lisa Badum
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Frage von Stefan D. •

Wie bewerten Sie das Risiko von Infraschall-Schäden bei Kindern durch 260m-Windräder in Tallage (1km Abstand), angesichts vorliegender Berichte über Gehörschäden bei Kleinkindern in Friedberg-Bachern?

Aktuelle Studien (PubMed 2023) zeigen signifikante Schlafstörungen bei Abständen unter 1,5km. In Niedermirsberg werden Prototypen der 260m-Klasse geplant. Die physikalische Situation (Berg-Tal) verstärkt tieffrequenten Schall massiv. Als Mutter/Abgeordnete frage ich Sie: Wie sicher ist dieses Projekt für unsere Kinder, wenn Langzeitdaten zu diesen Dimensionen fehlen und Betroffene in anderen Orten bereits unter dem Windturbinen-Syndrom leiden?

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Antwort von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Sehr geehrter Herr D.,

Vielen Dank für Ihre Frage und Ihre Sorge um die Gesundheit von Kindern, die wir sehr ernst nehmen.

Aus grüner Sicht ist die Bewertung klar: Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft gibt es keine belastbaren Belege dafür, dass Infraschall von Windenergieanlagen – auch von sehr hohen Anlagen – gesundheitliche Schäden bei Kindern oder Erwachsenen verursacht. Zahlreiche sorgfältige Studien kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass die Infraschallpegel in Wohngebieten deutlich unterhalb der Hör- und Wahrnehmungsschwelle liegen und keine nachgewiesenen gesundheitlichen Wirkungen entfalten. Das bestätigen auch das Umweltbundesamt sowie das Bayerische Landesamt für Umwelt. (https://www.lfu.bayern.de/buerger/doc/uw_117_windkraftanlagen_infraschall_gesundheit.pdf)

Berichte über sogenannte „Windturbinen-Syndrome“ oder Gehörschäden konnten bislang wissenschaftlich nicht kausal mit Infraschall von Windrädern in Verbindung gebracht werden. Gerade deshalb ist es wichtig, zwischen Einzelfallberichten und systematisch erhobenen Daten zu unterscheiden.

Gleichzeitig gilt für uns Grüne das Vorsorgeprinzip: Wo neue Anlagentypen eingesetzt werden, müssen Genehmigungsverfahren streng bleiben, Schallprognosen standortspezifisch erfolgen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse kontinuierlich berücksichtigt werden. Dass das Umweltbundesamt vorsorglich weitere Forschung zu möglichen Restrisiken plant, begrüßen wir ausdrücklich.

Unser Fazit lautet daher: Windenergie ist nach heutigem Kenntnisstand auch für Kinder sicher, leistet einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz und damit langfristig auch zum Schutz unser aller Gesundheit. Gleichzeitig bleiben wir dabei, mögliche Risiken ernst zu nehmen, transparent zu prüfen und den Schutz der Anwohner*innen konsequent in den Mittelpunkt zu stellen.

Mit besten Grüßen

Lisa Badum

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