Wie sieht für Sie die ökologische Neunutzung des SEZ aus?
Sehr geehrte Frau Neugebauer,
Sie stehen für ein lebenswertes, vielfältiges und grünes Berlin und setzen sich für ökologische Lösungen ein.
Der geplante Abriss des SEZ ist nicht ökologisch, er bedeutet die Vernichtung bestehender baulicher Ressourcen. Abriss und Neubau führen zu einem hohen ökologischen Fußabdruck und sind mit Berlins Klimazielen nicht vereinbar.
Zum Zeitpunkt seiner Errichtung war das SEZ das größte Freizeitzentrum Europas, es hat eine geschichtliche Bedeutung. Ost- und westdeutsche Architekten und Baufirmen haben trotz der Mauer an diesem Projekt gemeinsam gearbeitet. Die Architektur des SEZ ist nicht nur beeindruckend, sondern das SEZ ist ein herausragendes Beispiel für die wegweisende architektonische Formensprache seiner Zeit – ein architektonischer Leuchtturm. Ebenso war die Technik innovativ (energiesparende Kraft-Wärme-Kopplung von Eishalle und Schwimmbad).
Bitte setzen sie sich ein gegen den Abriss.
Sehr geehrte G. N.,
Sie sprechen einen entscheidenden Punkt an: Der Abriss eines Bestandsgebäudes wie des SEZ ist aus ökologischer Perspektive problematisch. In der vorhandenen Bausubstanz steckt enorme graue Energie. Abriss und Neubau verursachen massive CO₂-Emissionen. Das passt nicht zu den Klimazielen, die sich Berlin selbst gesetzt hat.
Für uns als Grüne Fraktion ist deshalb klar: Der heutige, erneute Abrissstopp ist richtig. Er verschafft die notwendige Zeit, um Alternativ- und Kompromissvorschläge ernsthaft zu prüfen. Dieses Zeitfenster darf nicht ungenutzt verstreichen. Eine Rettung des SEZ ist möglich, wenn der politische Wille vorhanden ist.
Das SEZ ist zudem ein identitätsstiftender Ort mit sportlicher, sozialer und architektonischer Bedeutung für Friedrichshain. Sein Erhalt wäre ein starkes Signal für eine Stadtentwicklung, die Verantwortung für Geschichte, Gemeinschaft und Klima übernimmt.
Wir erwarten vom Senat aus CDU und SPD, dass er die Prüfung von Sanierungsoptionen transparent und ergebnisoffen führt und nicht am Ende doch wieder den Abriss als vermeintlich einfachste Lösung präsentiert. Wer Klimaschutz ernst meint, muss beim Umgang mit dem Bestand anfangen.
Wir als Grüne Fraktion setzen uns daher weiterhin dafür ein, eine tragfähige Lösung zu ermöglichen, die ökologische Vernunft, soziale Infrastruktur und Wohnraumbedarf zusammenbringt.
Mit freundlichen Grüßen
Laura Neugebauer
