Frage an Katrin Staffler von Wraf Unua bezüglich Senioren

10. Januar 2020 - 10:10

Sehr geehrte Frau Staffler,

Umfragen zufolge will so gut wie niemand im Krankenhaus sterben.

Doch immer noch viel zu oft passiert genau das. Laut Deutschem Evangelischem Krankenhausverband (DEKV) sterben 77 Prozent der Deutschen entweder in einer Klinik oder im Pflegeheim.
Quelle: https://www.welt.de/vermischtes/article204152876/Tod-im-Krankenhaus-War…

Warum wird der offensichtliche Wunsch von sehr vielen Menschen ignoriert bzw. nicht automatisch erkannt und erfüllt?
Ist es aus Ihrer menschlichen Sicht nicht selbstverständlich, im eigenen Bett oder zumindest friedlich einschlafen zu dürfen?
Was können Sie persönlich als verantwortlicher Politiker für die Menschen tun bzw. warum fehlt es hier in so besorgniserregender Weise an gesetzlichen Vorgaben, die längstens von den Abgeordneten hätten beschlossen werden müssen???

Beste Grüsse
Hahn

Frage von Wraf Unua
Antwort von Katrin Staffler
26. Februar 2020 - 09:57
Zeit bis zur Antwort: 1 Monat 2 Wochen

Sehr geehrter Herr Unua,

ich danke Ihnen für Ihre Anmerkungen zu diesem ernsten Thema, welches viele Menschen in unserem Land bewegt.

Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, Menschen in Ihrer letzten Lebensphase bestmöglich sowohl medizinisch, pflegerisch, psychologisch und seelsorglich zu begleiten. In der letzten Wahlperiode haben wir mit dem Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung die Versorgung überall dort gestärkt, wo Menschen ihre letzte Lebensphase verbringen – sei es zu Hause, im Krankenhaus, im Pflegeheim oder im Hospiz.

Natürlich habe ich größtes Verständnis für jeden Menschen, der in einer vertrauten Umgebung sterben möchte. Allzu oft ist dies durch verschiedene Umstände nicht möglich. Jedoch leisten Mediziner und Pflegekräfte täglich vieles, um den Sterbenden in ihrer letzten Lebensphase bestmöglich beizustehen.

Wir müssen auch zukünftig daran arbeiten, die Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland weiter auszubauen. Denn an ihr wird wieder einmal mehr deutlich, dass der Mensch im Mittelpunkt steht und das in allen Lebensphasen – bis zuletzt.

Mit freundlichen Grüßen

Katrin Staffler