Wie wird dem fehlenden Zeitverzug bei THC Blutanalysen in sogenannten Schwerpunktkontrollen (Vor Ort Entnahme) Sorge getragen, damit wird sonst der 3,5NG Wert auf 2,5Ng unterlaufen und Konsum bestraft?
In Schwerpunktkontrollen auf Festivals haben Beamte die Ärzte "Vor Ort" und entnehmen Blut ohne den Zeitverzug, zum Nachteil Betroffener. Daher gibt es keinen Zeitverzug von 1NG, von Aufgriff bis zur Blutentnahme, siehe Expertenkommission zur Grenzwertberechnung.
S.6 Absatz 4: https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Anlage/K/cannabis-expertengruppe-langfassung.pdf?__blob=publicationFile
Die Polizei macht häufiger solche Kontrollsondersituationen und das landet letzlich mit in der Statistik, insbesondere bei Festivals und Großevents. Dabei werden die Leute quasi mit 2,5 NG bestraft als hätten diese 3,5 überschritten! " Die Werte bauen sich hierbei nicht linear ab, das wäre zu beachten, niedrige erscheinen also wesentlich länger.(siehe Empfehlungsdokument) https://www.ffh.de/video/mediathek/408707-trotz-legalisierung-drogenkontrollen-beim-nature-one-festival.html
https://www.presseportal.de/blaulicht/st/Schwerpunktkontrolle
Lieber Herr T.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Das Thema Cannabis-Grenzwerte im Straßenverkehr ist ein Problemfeld, das wir im Zusammenhang mit der Legalisierung stets mit im Blick hatten. Unser vorrangiges Ziel bleibt die Sicherheit im Straßenverkehr, bei der keinerlei Kompromisse möglich sind. Eine generelle Nulltoleranzregelung würde dem Zweck der Cannabis-Legalisierung faktisch zuwiderlaufen, da auch Restwerte von THC aus legalem Konsum sanktioniert würden. Grenzwerte sind daher unerlässlich. Der aktuelle THC-Grenzwert von 3,5 ng/ml Blutserum gründet auf wissenschaftlichen Studien und der Bewertung einer von der Bundesregierung eingesetzten Expertengruppe.
Gleichwohl bleibt das Thema für uns relevant, und wir werden uns weiter damit beschäftigen. Rückmeldungen wie Ihre sind für uns daher hilfreich und wichtig.
Viele Grüße
Team Dröge
