Was tun Sie für die verzweifelten afghanischen Flüchtlinge in Pakistan, denen unrechtmäßig die Einreisezusage entzogen wurde?
Im Jahr 2025 kam es zu einer Verdoppelung ausländischer Direktinvestitionen in Deutschland, weil Rechtssicherheit und Kalkulierbarkeit zum Standortvorteil für Deutschland geworden sind.
Vertrauenswürdigkeit ist demnach unsere stärkste Währung. Wer diese verspielt, handelt gegen die Interessen Deutschlands.
Aber genau dies geschieht gerade. Sie wissen, die Einreisezusage der afghanischen Flüchtlinge in Pakistan ist rechtsgültig, der Entzug der Zusage Rechtsbruch. (Verwaltungsgericht Berlin, ZDF Frontal, 17.11.2025)
Ein ehemaliger Bundeswehrsoldat, der damals Helfer in Afghanistan angeworben hat, nennt das Vorgehen der Bundesregierung ein Sicherheitsrisiko für zukünftige Auslandseinsätze (ARD Exactly vom 22.10.2025: Afghanistan & die Flüchtlinge, Deutschlands falsche Versprechen)
Welcher Einheimische wird noch mit der Bundeswehr zusammenarbeiten, wenn er damit rechnen muss, im Ernstfall im Stich gelassen zu werden?
Und auch wir Bürger wünschen uns vertrauenswürdige Politiker.
Liebe Frau S.
in der Grünen Bundestagsfraktion teilen wir Ihre Einschätzung ausdrücklich: Rechtsstaatlichkeit und außenpolitische Glaubwürdigkeit verpflichten einen Staat dazu, gegebene Zusagen einzuhalten. Wer Menschen Schutz verspricht, darf sie nicht im Stich lassen – erst recht nicht, wenn ihr Leben davon abhängt.
Viele Afghan*innen mit Aufnahmezusagen aus verschiedenen Bundesaufnahmeprogrammen haben sich über Jahre hinweg für unsere Soldatinnen und Soldaten, für Demokratie, Menschenrechte und den Rechtsstaat eingesetzt. Sie haben darauf vertraut, dass Deutschland Wort hält und sie nicht den Schergen der Taliban ausliefert. Dass die Bundesregierung gemachte Zusagen nicht einhält und damit unserer Verantwortung für das deutsche Engagement in Afghanistan nicht gerecht wird, ist nicht hinnehmbar.
Wir haben die Bundesregierung daher bereits in zwei Anträgen dazu aufgefordert, endlich Wort zu halten („Aufnahmezusagen einhalten – Schutz für gefährdete Afghaninnen und Afghanen jetzt garantieren“ und „Wort halten, Leben schützen - Visa für afghanische Staatsangehörige mit Aufnahmezusage erteilen und gerichtliche Entscheidungen umsetzen“) und appellieren weiter an Kanzler Merz und Bundesinnenminister Dobrindt, die notwendigen Visa unverzüglich auszustellen und den Betroffenen eine sichere Einreise nach Deutschland zu ermöglichen.
Jedes weitere Zuwarten ist unverantwortlich. Es setzt die Afghan*innen mit Aufnahmezusage in dem von den islamistischen Taliban beherrschten Land akuter Gefahr aus. Einige halten sich bereits heute in Afghanistan auf, anderen droht die Abschiebung dorthin.
Viele Grüße
Team Dröge

