Wie stehen die Chancen, dass es eine EU Initiative für kostenlose Mittagessen an Kita's und weiterführenden Ganztagsschulen gibt?
Sehr geehrter Herr J.,
Vielen Dank für Ihre Frage und bitte entschuldigen Sie die verspätete Antwort.
Es ist schwierig, eine pauschale Einschätzung zu geben, da hier einige Faktoren zusammenspielen.
Zunächst einmal hat die EU bereits Programme zur Verbesserung des Zugangs von Kindern zu Mahlzeiten, wie zum Beispiel die Europäische Kindergarantie. Diese sieht vor, dass Kinder, die von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht sind, täglich Zugang zu mindestens einer kostenlosen und gesunden Mahlzeit erhalten sollen. Die Mitgliedstaaten können dafür unter anderem den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) nutzen und EU-Mittel einsetzen, um den Zugang von Kindern zu den von der Kindergarantie abgedeckten Dienstleistungen, einschließlich Mahlzeiten, zu verbessern. Hier gibt es jedoch die Einschränkung, dass dies nur für Kinder in Armut bzw. von Armut und sozialer Ausgrenzung bedrohte Kinder gilt, nicht für alle Kinder. Mit dem EU-Schulprogramm unterstützt die EU die Verteilung von Obst, Gemüse, Milch und bestimmten Milcherzeugnissen an Schulkinder vom Kindergarten bis zur Sekundarschule.
Insgesamt bewegen sich immer mehr EU-Länder in Richtung kostenloser Verpflegung, was darauf hindeutet, dass es große Unterstützung für solche Initiativen gibt. Daher würde ich sagen, dass es nicht unmöglich ist. Die Haupthürde, die ich sehe, ist die Tatsache, dass dies im Wesentlichen nicht in der Verantwortung der EU liegt, sondern bei den Mitgliedstaaten. Das bedeutet, dass die EU zwar Empfehlungen publizieren kann, diese sind für die Mitgliedsstaaten aber freiwillig. Persönlich würde ich eine solche Initiative natürlich voll und ganz unterstützen.
Mit freundlichen Grüßen
Katarina Barley

