Portrait von Karl Straub
Karl Straub
CSU
100 %
/ 5 Fragen beantwortet
Zum Profil
Frage von Mila W. •

Wirklich Einsparung oder doch nur Kostenverlagerung in die Zukunft?

Sehr geehrter Hr Straub, danke für Ihre Antwort auf meine letzte Frage. Ich möchte aber noch einmal nachhaken, dass bei allem notwendigen Reformbedarf die Nachhaltigkeit der Einsparung sehr in Zweifel gezogen werden muss. Wenn wir junge Menschen mit ihren psychischen Erkrankungen alleinlassen, wird das destruktiv in deren Erwachsenenleben u. eigener Familiengründung ausstrahlen. Elternteile, die selbst psychisch krank u. unbehandelt sind, werden wiederum ihre Kinder weniger resilient erziehen können. Krankschreibungen & Frühberentung sind meist Folge von psych. Erkrankungen. Schon jetzt melden sich tgl (!) bis zu 6 Menschen, die Hilfe suchen bei mir. Die Budgetierung + die Honorarkürzungen (4,5%, KZT-Zuschlag, TSS-Zuschlag) werden dazu führen, dass noch viel mehr Menschen abgewiesen werden müssen! Therapie wirkt nachhaltig u. ist billiger als Medikamente u. Krankenhausaufenthalte. Warum will man ausgerechnet hier kurzfristig Ausgaben reduzieren, die enorme Folgekosten erzeugen werden?

Portrait von Karl Straub
Antwort von CSU

Sehr geehrte Frau W.,

vielen Dank für Ihre erneute Nachricht und die eindrückliche Schilderung der Situation in Ihrer Praxis. 

Ich kann Ihre Sorgen hinsichtlich der geplanten Budgetierung und der damit verbundenen Auswirkungen auf die Versorgung sehr gut nachvollziehen. Die psychische Gesundheit ist ein zentraler Bestandteil unserer Gesundheitsversorgung. Gerade in den vergangenen Jahren ist der Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung deutlich gestiegen. Umso wichtiger ist es, dass Menschen, die Hilfe benötigen, diese auch zeitnah erhalten können.

Die CSU steht ausdrücklich an der Seite der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Wir wissen um die wichtige Arbeit, die Sie täglich leisten, und um die entscheidende Rolle, die eine funktionierende psychotherapeutische Versorgung für die gesamte Gesellschaft spielt. Die Versorgung psychisch erkrankter Menschen und die Herausforderungen im Bereich der Psychotherapie wurden deshalb auch von der CSU-Landtagsfraktion wiederholt im Bayerischen Landtag thematisiert. Unser Ziel ist eine bedarfsgerechte und verlässliche Versorgung, die den tatsächlichen Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten Rechnung trägt.

Gleichzeitig möchte ich darauf hinweisen, dass es sich bei den von Ihnen angesprochenen Honorarregelungen und Budgetierungsfragen um Entscheidungen handelt, die auf Bundesebene beziehungsweise innerhalb der Selbstverwaltung des Gesundheitswesens getroffen werden. Der Bayerische Landtag und die Bayerische Staatsregierung haben auf diese konkreten Beschlüsse leider keinen unmittelbaren Einfluss.

Unabhängig davon nehme ich Ihre Hinweise sehr ernst. Gerade die Erfahrungen aus der Praxis sind wichtig, um auf mögliche Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen. Ihre Schilderungen bestätigen die Befürchtung, dass kurzfristige Einsparungen im Bereich der psychischen Gesundheit langfristig erhebliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgekosten verursachen können. Prävention, frühzeitige Behandlung und eine ausreichende psychotherapeutische Versorgung sind nicht nur menschlich geboten, sondern auch volkswirtschaftlich sinnvoll.

Ich werde Ihre Anliegen daher gerne an die zuständigen Stellen innerhalb meiner Fraktion weitergeben. Die CSU wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Versorgung psychisch erkrankter Menschen nicht geschwächt, sondern nachhaltig gestärkt wird.

Für Ihren täglichen Einsatz und Ihr Engagement für Ihre Patientinnen und Patienten danke ich Ihnen ausdrücklich.

Mit freundlichen Grüßen

Karl Straub, MdL

 

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Karl Straub
Karl Straub
CSU

Weitere Fragen an Karl Straub