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Karl-Josef Laumann
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Frage von Herbert K. •

Warum wird beim Gebäudeneubau in den NRW-Krankenhäusern und Altenheimen der Hitzeschutz nicht mitgedacht ?

Bei der Umsetzung so manchen Hitzeaktionsplans besteht bei baulichen Maßnahmen erheblicher Nachholbedarf ! Beispiel : der Neubau des Bettenhauses im Klinikum Solingen. In den Plänen findet sich keine gerade bei Hitze so dringend notwendige Klimaanlage. Vergessen ? Oder aus finanziellen Gründen eingespart ? Es war gut, dass Sie das Klinikum Solingen persönlich aufgesucht haben, aber in der entsprechenden PM dazu habe ich von Ihnen dazu kein einziges Wort gelesen ? War es an dem Tag noch nicht heiß genug ? Obwohl sich bereits seit Jahren das Problem des menschengemachten Klimawandels abgezeichnet hat, wurden und werden meiner Meinung nach in Krankenhäusern und Altenheimen in NRW zu wenige schnell wirksame Maßnahmen zur Abwehr der katastrophalen Entwicklung ergriffen. Björn Boch vom Solinger Tageblatt konstatiert z.B. gestern in seiner Rubrik ,, Mein Blick auf die Woche ´´ FLOP : Die Stadt Solingen hat beim Hitzeschutz noch Luft nach oben ! Was sagen Sie zu der Kritik ?

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Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr K.,

vielen Dank für Ihre Nachricht und dafür, dass Sie das Thema Hitzeschutz in Krankenhäusern und Altenheimen so deutlich ansprechen. Die Belastung durch hohe Temperaturen ist für Patientinnen und Patienten, für Bewohnerinnen und Bewohner und für die Beschäftigten sehr real – und sie wird mit den heißeren Sommern zunehmen.

Zu Ihrer Frage, warum Hitzeschutz bei Neubauten offenbar nicht konsequent genug mitgedacht wird, etwa beim Neubau des Bettenhauses im Klinikum Solingen: Bei der Planung von Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen werden die Folgen des Klimawandels heute oftmals deutlich stärker berücksichtigt als früher. Dazu gehören baulicher Schutz vor Hitze, Verschattung, eine durchdachte Fenster- und Fassadengestaltung sowie Konzepte zur Belüftung und Nachtkühlung. Die konkrete Ausgestaltung liegt bei den Trägern und ihren Planern; das Land setzt mit rechtlichen Vorgaben und Förderprogrammen den Rahmen, übernimmt aber nicht die Detailplanung vor Ort.

Sie sprechen meinen Besuch im Klinikum Solingen an und bemängeln, dass in der Pressemitteilung kein Wort zum Hitzeschutz stand. Solche Besuche dienen meist mehreren Themen gleichzeitig, etwa der wirtschaftlichen Lage des Hauses und der Versorgungssituation. Nicht alles, was vor Ort diskutiert wird, kann später in einer kurzen Pressenotiz auftauchen. Themen wie Hitzeschutz und andere Fragen der Versorgung können dabei durchaus eine Rolle gespielt haben, ohne dass sie anschließend ausdrücklich erwähnt werden. Hitzeschutz in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ist und bleibt für mich ein wichtiges Thema.

Denn der Schutz von kranken und pflegebedürftigen Menschen vor Hitze ist ein Schwerpunkt der Landesregierung. Sie begreift das Thema Hitzeschutz als dauerhafte Aufgabe, die mit den beteiligten Akteuren kontinuierlich weiterentwickelt wird. Mit der Erklärung der Landesgesundheitskonferenz „Klimaschutz und Klimaanpassung sind Gesundheitsschutz“ wurde bereits 2022 ein wichtiger Impuls gesetzt. Damit wurde die Verknüpfung von Klimaanpassung und Gesundheit als zentrales, gemeinsames Handlungsfeld auf Landesebene verankert. 

Seither hat das Ministerium zahlreiche Maßnahmen vorangetrieben, um über gesundheitliche Risiken zu informieren und konkrete Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Hitzeperioden zu schaffen, um Einrichtungen vorzubereiten und Betroffene zu schützen sowie finanzielle Mittel für Klimaanpassungsmaßnahmen eingeplant. Hierzu gehört unter anderem die Einrichtung des Zentralen Netzwerks für gesundheitsbezogenen Hitzeschutz NRW (ZNGH NRW), in dem Land, Kommunen und zentrale Akteure des Gesundheits- und Sozialwesens zusammenarbeiten, darunter zum Beispiel die Kassenärztliche Vereinigungen, die Ärztekammern, die Krankenhausgesellschaft NRW und die Freie Wohlfahrtspflege. Innerhalb des ZNGH NRW wurden unter anderem Arbeitshilfen zur Erstellung von Hitzeschutz- und Hitzeaktionsplänen für Einrichtungen und Kommunen erarbeitet und kostenfrei bereitgestellt. Weitere Maßnahmen des Ministeriums sind das Aufgreifen der Folgen des Klimawandels im Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst und das Einbringen der Gesundheitsperspektive in die Klimaanpassungsstrategie Nordrhein-Westfalen 2024–2029.

Am 4. September 2026 habe ich darüber hinaus drei neue Förderprogramme zum Hitzeschutz in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Kommunen mit einem Gesamtvolumen von rund 287 Millionen Euro vorgestellt:

  • Für die Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen stellt die Landesregierung in den kommenden drei Jahren 200 Millionen Euro für Klimatisierungsmaßnahmen zur Verfügung.
  • Pflegeeinrichtungen sollen vom Förderprogramm „Kühle Räume“ in Höhe von 50 Millionen Euro für die nächsten zwei Jahre profitieren, damit Gemeinschaftsräume zu „Kühlinseln“ werden können.
  • Die kommunalen Gesundheitsämter können bis zu zwei Vollzeitstellen für Hitze-Gesundheitsmanagerinnen und -manager einrichten. Eine wichtige Aufgabe soll dabei sein, besonders hitzegefährdete ältere Menschen, die allein leben, zu identifizieren und besser vor den gesundheitlichen Folgen extremer Hitze zu schützen; vorgesehen ist dabei auch, auf nachbarschaftliche Buddy-Systeme zu setzen.

Diese Programme knüpfen an bereits bestehende Strukturen und Maßnahmen an, mit denen Nordrhein-Westfalen beim Hitzeschutz Verantwortung übernommen und Vorsorge getroffen hat. Ziel ist, dass besonders gefährdete Menschen sich darauf verlassen können, dass das Land vorbereitet ist und handelt, bevor die nächste extreme Hitzewelle kommt.

Ihre Kritik macht deutlich, wie dringend wir beim Hitzeschutz im Gesundheitswesen weiter vorankommen müssen – im Neubau, im Bestand und in den Abläufen in den Einrichtungen. 

Zuletzt möchte ich Ihnen ganz persönlich sagen, dass mich dieses Thema sehr beschäftigt. Mir ist es wichtig, dass wir im Gesundheitswesen alles dafür tun, Menschen vor den gesundheitlichen Folgen von Hitze zu schützen – gerade diejenigen, die besonders verletzlich sind. Ihre Rückmeldung macht deutlich, wie dringend das ist, und sie hilft uns dabei, genau hinzuschauen und nachzubessern, wo es erforderlich ist.

Vielen Dank für Ihr Engagement. Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen
Karl-Josef Laumann

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