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Karin Timmermann
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Frage von Alexander W. •

Frage an Karin Timmermann von Alexander W. bezüglich Verkehr

Sehr geehrte Frau Timmermann,

als Fußgänger und Radfahrer ärgere ich mich regelmäßig über Bettelampeln, die von uns schwächeren Verkehrsteilnehmern angetatscht werden müssen, bevor auch wir mal "grün" bekommen. Sie waren wohl mal eingeführt worden, um den Autoverkehr zu beschleunigen, für unsereins aber sind sie schwer erträglich:
- Radfahrer müssen häufig Verrenkungen vornehmen, um die Dinger zu bedienen.
- Wer nicht rechtzeitig drankommt kann zuschauen, wie der parallel fließende Autoverkehr grün, der Fuß- und Radweg aber rot hat.
- An großen Kreuzungen ärgern sich ganze Menschengruppen, weil sich jeder fälschlicherweise auf den anderen verlassen hat und die Ampel nicht umspringt.
- Die Zahl der Rotgeher hat meiner Beobachtung nach zugenommen.
- Psychologisch und ökologisch betrachtet ist es unzeitgemäß, innerstädtisch dem Autoverkehr das uneingeschränkte Primat einzuräumen, dem nur hin und wieder der Fußgänger eine Unterbrechung abbetteln kann.
Meine Fragen:
a) welche der o.a. Argumente teilen Sie?
b) Wann werden die Bettelampeln abgeschafft?

Mit freundlichen Grüßen,
Alexander Weil

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Antwort von
SPD

Sehr geehrter Herr Weil,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage und nehme zum angesprochenen Thema gern kurz Stellung.

Auch die SPD-Bürgerschaftsfraktion in Hamburg setzt sich seit Jahren dafür ein, dass dem Rad- und Fußgängerverkehr eine genauso große Aufmerksamkeit zu Teil wird, wie dem Autoverkehr. Aus diesem Grund teile ich Ihre Auffassung, dass die Einführung der so genannten Bettelampeln auf keinen Fall dazu führen darf, dass Fußgänger und Radfahrer benachteiligt und ihnen ein Überqueren der Straße vorsätzlich schwer gemacht oder gar ihre Verkehrssicherheit beeinträchtigt wird. Damit dies sichergestellt ist, hatten wir bereits 2005 (Drs. 18/2748) ein Programm zur Umrüstung von Fußgänger-Lichtsignalanlagen mit einer zeitlich bedarfsorientierten Schaltung per Passiv-Infra-Rot-Detektoren in Hamburg gefordert, damit Grünphasen für Fußgänger – gerade in Nähe von Schulen oder Senioreneinrichtungen – auch bedarfsorientiert verlängert werden können. Dieser Antrag wurde seinerzeit von der CDU und GAL leider abgelehnt.

Die von Ihnen angesprochene Problematik zu den so genannten Bettelampeln ist mir aber auch bekannt. Ende des Jahres 2006 habe ich dazu eine Schriftliche Kleine Anfrage (Drs. 18/5417) an den Senat gestellt, die ich Ihnen anbei zur Kenntnisnahme überreiche. In seiner Antwort führte der Senat aus, dass dort, wo zu bestimmten Tageszeiten starke Fußgängerströme entstehen, um Verlustzeiten für die Fußgänger zu vermeiden, die Ampel so geschaltet sei, als ob fortwährend „Grün“ für Fußgänger angefordert würde, so dass es einer Anforderung nicht bedürfe. Daher halte ich in nächster Zukunft den Abbau dieser Bettelampeln zumindest unter diesem Senat, nicht für sehr wahrscheinlich. Ihrem Schreiben entnehme ich jedoch, dass an diversen großen Kreuzungen derzeit keine automatische Umschaltung erfolgt, so dass hier erneuter Handlungsbedarf besteht und das Thema gern meinerseits wieder aufgegriffen wird, sowie mir genauere Erkenntnisse zu den von Ihnen bezeichneten Kreuzungen vorliegen.

Ich hoffe sehr, Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben und steh für Rückfragen oder Anregungen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Timmermann