„Es braucht eine Absenkung der Pflichtstundenzahl, um den Lehrkräften die nötige Luft zum Atmen und für die Vorbereitung eines qualitativen Unterrichts zu geben.“ Wann setzen Sie dies endlich um?
Sehr geehrte Frau Hamburg,
leider gibt es von Ihnen bisher keine Vorschläge, wie Lehrkräfte konkret entlastet werden können. Stattdessen belasten Sie Lehrkräfte weiterhin mit zusätzlichen Aufgaben, ohne dass andere Aufgaben wegfallen. Hier lassen sich beispielhaft das Bürokratiemonster "Startchancenprogramm", die Notwendigkeit zur Konzeption eines Demokratiebildungskonzepts oder der (Unterrichts-) Zeitfresser "Klassenrat" nennen. Alles löbliche Ideen, denen keine Entlastung entgegensteht. Wie das o.g. Zitat zeigt, haben Sie etwas Anderes versprochen.
Hallo
vielen Dank für Ihre Frage. Wir teilen die Einschätzung, dass Lehrkräfte mehr Zeit für guten Unterricht, Vorbereitung, Teamarbeit und individuelle Förderung brauchen. Eine Entlastung der Schulen ist dringend notwendig.
Eine pauschale Absenkung der Pflichtstundenzahl wäre fachlich nachvollziehbar, lässt sich aber nicht losgelöst von der Unterrichtsversorgung umsetzen. Solange viele Schulen ohnehin um jede Unterrichtsstunde ringen, würde eine sofortige flächendeckende Absenkung in der Praxis bedeuten, dass an anderer Stelle noch mehr Unterricht ausfällt. Das wäre weder für Schüler*innen noch für Lehrkräfte eine tragfähige Lösung.
Deshalb setzen wir aktuell vor allem darauf, mehr Personal ins System zu bringen, Schulen von unnötiger Bürokratie zu entlasten und Lehrkräfte konkret bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Ein wichtiger Schritt ist dabei, die Kerncurricula deutlich zu entschlacken und Schulen dadurch mehr pädagogischen Freiraum zu geben. Zudem stellt das Kultusministerium mit zahlreichen Handreichungen, Materialien und Unterstützungsangeboten praktische Arbeitshilfen bereit, damit Schulen nicht jede Aufgabe von Grund auf neu entwickeln müssen.
Gleichzeitig ist auch klar: Schule und Gesellschaft befinden sich im Wandel. Neue Herausforderungen – etwa bei Demokratiebildung, Digitalisierung, Inklusion oder sozialer Teilhabe – kommen in der Schule an und bringen auch neue Aufgaben mit sich. Viele Lehrkräfte nehmen bereits die zahlreichen Fortbildungsangebote des NLQ an, um sich für diese Veränderungen gut aufzustellen. Langfristig muss das Ziel aber sein, Verantwortung und Aufgaben in Schule besser zu verteilen: durch mehr Personal, multiprofessionelle Teams und Strukturen, die Lehrkräfte wirksam entlasten.
Mit freundlichen Grüßen
Team Hamburg

