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Julia Willie Hamburg
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Elisabeth S. •

Wie stehen Sie zu den von der Bundesregierung geplanten Sparmaßnahmen im schulischen Inklusionsbereich?

Sehr geehrte Frau Hamburg, als regional aktives Mitglied der Grünen und als Grund- und Hauptschullehrerin erlebe ich seit Jahren, wie die theoretisch gutgemeinte schulische Inklusion durch Sparprogramme ausgedörrt wird. Besonders im Bereich der emotional- sozialen Behinderung, aber auch im Förderbereich Lernen ist die Lage sowohl für die betroffenen Kinder als auch für Mitschüler*innen und Lehrkräfte manchmal fast unerträglich.
Wenn an eine Grundschule einmal die Woche eine Lehrerin mit Förderqualifikation für einen ganzen Haufen Kinder kommt, dann wirkt das fast wie Hohn.
Nun scheinen auf Bundesebene weitere Sparmaßnahmen auf uns zuzukommen.
Liebe Frau Hamburg, wie werden Sie sich zu diesen Plänen verhalten?
Ich werde gefragt:
„Ihr Lehrer jammert über den Mangel, aber schaut, was „eure“ (grüne) Ministerin tut? Wir hören sie nur schweigen.“
Liebe Frau Hamburg, was soll ich antworten?
Mit freundlichen Grüßen,
E. S.

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Hallo,

vielen Dank für Ihre Frage und für Ihre Schilderung aus der schulischen Praxis. Wir können Ihre Sorge gut nachvollziehen. Gerade in den Förderbereichen emotionale und soziale Entwicklung sowie Lernen erleben viele Schulen, dass die vorhandenen Ressourcen nicht ausreichen und Unterstützung im Alltag oft nicht dort ankommt, wo sie dringend gebraucht wird.

Die aktuellen Prozesse auf Bundesebene beobachten wir deshalb sehr genau. Mögliche Änderungen im Sozialgesetzbuch können weitreichende Folgen für die schulische Inklusion in Niedersachsen haben – insbesondere dort, wo es um Eingliederungshilfe, Schulbegleitung und die Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Sozialhilfe und Schule geht. Entscheidend ist für uns: Änderungen dürfen nicht dazu führen, dass notwendige Unterstützung für Kinder und Jugendliche geschwächt oder Rechtsansprüche faktisch ausgehöhlt werden.

Klar ist aber auch: Inklusion muss vor Ort funktionieren. Dafür braucht es mehr Personal, verlässlichere Strukturen und multiprofessionelle Unterstützung an Schulen. In Niedersachsen arbeiten wir deshalb daran, zusätzliche Lehrkräfte und Fachkräfte ins System zu bringen. Dazu gehören auch mehr pädagogische Mitarbeiter*innen in sonderpädagogischer Funktion, mehr Unterstützung durch Förderschullehrkräfte an inklusiven Schulen sowie der weitere Ausbau von Beratung, Fortbildung und regionalen Unterstützungsstrukturen.

Das löst die Probleme nicht von heute auf morgen. Aber die Richtung ist klar: Inklusion darf nicht ausgedünnt werden, sondern muss fachlich, personell und strukturell gestärkt werden. Genau dafür werden wir uns gegenüber dem Bund und auf Landesebene weiterhin einsetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Team Hamburg

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